Die Weine Latiums

Die Weine Latiums

Wer eine Rundreise durch die Anbaugebiete des Latiums machen möchte, beginnt diese sinnvoll im Herzen der Region, dort wo sich die Geschichte und die Kultur der römischen Weine widerspiegelt: bei den Castelli Romani. Die Böden dort sind vulkanischen Ursprungs, und die Hügel rund um den Albanersee sind dadurch für den Weinanbau prädestiniert. Schon seit der Antike werden dort Weine produziert, die Geschichte geschreiben jaben. Der berühmteste Wein der Castelli hat den Weinanbau weltberühmt gemacht: der Frascati. Er macht ca. 40 % des Anbaus der Castelli aus. Schon die alten Römer schätzten den Weißwein und auch Päpste und Könige haben ihn genossen. Heute gibt es unterschiedliche Typen des Frascatis: den am weitesten verbreiteten trockenen, den extra trockenen, den halbsüßen, den Likörwein Canellino, den jungen Novello und den Spumante. Produziert wird er in den Orten Frascati, Grottaferrata, Monteporzio Catone, Montecompatri und Rom. An Frascati grenzt die DOC. Marino, die Weißweine produziert.

Wenn man die Rundreise fortsetzt gelangt man in die DOC Colli Lanuvini und zu den größeren DOCs Velletri und Cori. Hier können auch Rotweine hergestellt werden, wenngleich die Weißen vorherrschen. Die hauptsächlich vorherrschenden Reben sind Sangiovese, Montepulciano und Cesanese. Spuren antiken Weinanbaus können auch um Viterbo gefunden werden, wo im historisch bedeutsamen Tuscia, bereits die Etrusker erfolgreich Weinanbau betrieben. Produziert wird dort die DOC Orvieto und Est! Est!! Est!!! di Montefiascone. Darüber hinaus zählt die Provinz Viterbo zwei weitere DOCs: Colli Etruschi Viterbesi und Tarquinia. Erstere ist die weitläufigste und die jüngere der beiden, die seit 1996 anerkannt ist. Die Produktionsbestimmungen ermöglichen es den Winzern sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Erlaubt sind Weiß-, Rot-, Likör-, Roséweine sowie Novello und Moscatello. Gleichviel Spielraum, wenn auch weniger Typologien, eröffnet den Winzern die DOC Tarquinia. Diese DOC befindet sich jeweils zur Hälfte in der Provinz Viterbo und Rom.

Eine Nische, die sich zum See Bolsena hin öffnet ist das DOC Aleatico di Gradoli, bekannt für seine süßen Weine und Likörweine. In Vignanello, die an die Provinzhauptstadt Viterbo angrenzt und entlang des Tibers liegt, werden sowohl Weiß- wie Rotwein und Rosés produziert, besonders der Greco di Vignanello in seiner trockenen Variante und als Spumante. Weiter dem Tiber entlang gelangt man zur weitläufigeren DOC Colli della Sabina in der Provinz Rieti. Hier gibt es verschiedene Rot- und Weißweine sowie Rosés aus Trebbiano, Malvasia (del Lazio oder di Candia), Sangiovese und Montepulciano. Auf der anderen Seite des Tibers befindet sich das Anbaugebiet Castelli. Im Norden angrenzend wird die DOC Bianco Capena produziert. Die Verwendung dreier diverser Malvasiasorten (di Candida, del Lazio, toscana) und dreier Trebbianosorten (toscano, romano, giallo) ist eine Besonderheit dieser DOC, die diese Weißweine von anderen Weißweinen der Region Latium unterscheidet.

An der Küste und im Landesinneren wird die DOC Cerveteri von der deutlich größeren DOC Tarquinia umgeben. Auch dieser Name erinnert an die Präsenz der Etrusker in diesem Gebiet. Die Produktionsbestimmungen sehen sowohl Weiß-, Rot- und Roséweine, in einigen Fällen sogar halbsüße Weine und Novello, vor. Weitere DOC's liegen in Küstennähe in der Provinz Latina. Der Weinanbau wurde in diesem Gebiet vor ca. 60 Jahren von aus Tunesien heimkehrenden Italienern eingeführt. Eine sich hier befindende DOC ist Aprilia, die an die Castelli grenzt und zum Teil mit Ihr übereinstimmt. Daran wieder grenzt die DOC Nettuno, deren wohl interessantester Wein der Bianco Cacchione ist. Im Gebiet zwischen Frosinone und Rom wird die Rebe Cesanese in drei DOC's - Cesanese del Piglio ( die bekannteste), Cesanese di Afille und Cesanese di Olevano Romano - kultiviert. Weine, die aus der Cesanese gekeltert werden, haben einen ausgeprägten Körper und besitzen unverwechselbare Aromen.

(c) Magazin Frankfurt, 2018