Binz auf Rügen - Ein Reiseziel für Genießer

Binz zum Träumen

Das Ostseebad Binz kann sich über die mangelnde Qualität seiner Unterkünfte nicht beschweren. Mit acht Vier- und drei Fünf-Sterne-Hotels verfügt es über die größte Dichte hochwertiger Unterkünfte an der gesamten deutschen Küste. Dabei ist etwas für (fast) jeden Geschmack: von der Edelherberge im Stil der Bäderarchitektur über das Gesundheitshotel mit naturbelassenen Materialien bis hin zum coolen Design-Hotel. Sogar Apple-Fans finden hier das perfekte Urlaubsdomizil. Begleiten Sie unseren Autor Michael Ritter auf seinen Streifzügen auf Rügen.

Seit seiner Eröffnung vor gut 5 Jahren wurde das Fünf-Sterne-Hotel Cerês mit Preisen überschüttet. Das Design-Hotel nimmt einen Logenplatz an der Binzer Seebrücke ein und seine Einrichtung ist puristisch-luxuriös. Stil statt Schnickschnack, wohltuende Klarheit statt überladener Opulenz. Und das überall, im Wellnessbereich, im Restaurant und natürlich in den Zimmern und Suiten. Chinesischer Sandstein trifft auf Mooreichenholz, alles in Schwarz-Weiß. Wer das Tüpfelchen auf das I setzen möchte, bucht die Kuppelsuite, für einige Tester die schönste Suite der Welt. Von dort genießt man einen 180-Grad-Blick über die Ostsee, den Himmel und den Strand.

Gleich gegenüber liegt die weiß-gelbe Fassade des First-Class-Hotels Travel Charme Kurhaus Binz. Hier erwacht die Atmosphäre der mondänen 20er Jahre neu. Ab 1900 strömten Bankiers, Juristen, Ärzte und Künstler in das „Sorrent des Nordens“. Damals stieg man im Kurhaus ab, feierte im Ballsaal rauschende Feste. Wer dieses Lebensgefühl spüren, aber nicht auf modernen Komfort verzichten will, ist hier richtig. Stilvoll-elegant thront das Kurhaus direkt an der Promenade. Wer will und kann, zieht sich in eine der elf Suiten zurück – mit eigener Küche für besonders viel Privatsphäre oder schreitet die Stufen vor dem imposanten Portal hinab und macht einen langen Spaziergang über den Strand.

Etwas plüschig, mit goldenen Wasserhähnen und flauschig-dicken Teppichen sorgt das Fünf-Sterne Rugard Strandhotel für die richtige Atmosphäre für Romantiker. Auch wer darauf verzichten kann, sollte einen Besuch im PanoramaRestaurant im fünften Stock in Erwähnung ziehen, wo ein mit Gold und Kristallen verzierter Bernsteinbrunnen von der gelobten Küche und dem traumhaften Blick auf die Ostsee ablenkt.. Am anderen, ruhigeren Ende der Promenade liegt mit dem Grand Hotel Binz ein weiteres Fünf-Sterne-Haus. Durch gute Beziehungen des Inhabers zum thailändischen Königshaus hat das mehrfach ausgezeichnete Wellness-Hotel zahlreiche originale Einrichtungselemente aus Siam. Highlight ist die Maisonette-Suite mit Kamin und einer Badewanne, über die sich eine große Glaskuppel wölbt.

Was passiert, wenn ein Bauingenieur ein Hotel betreibt? Richtig: Er sucht ständig nach Optimierung und will ihm seinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken. Wolfgang Schewe hatte zu Gast in seinem Vier-Sterne-Superior Hotel am Meer & Spa schon , in dem schon zahlreiche Prominenz wie Franz Beckenbauer, unsere Kanzlerin und Altrocker Udo Lindenberg. Nach dem Umbau im letzten Frühjahr präsentiert sich das Haus im neuen Ambiente. Der Strand wird nach innen fortgesetzt. Dafür sorgen naturbelassene Oberflächen, jede Menge Transparenz, eine zum Meer gewandte Bar und ein ebensolches Restaurant im Erdgeschoss. Licht und luftig ist es und clever obendrein. Neu sind energiesparende Boden-Heizungs-Konvektoren. Wer will kann in dieser schönen Atmosphäre unter der Dachkuppel auch heiraten, denn das Hotel ist Außenstelle des Binzer Standesamtes.

Gesundheit, Bio, Wohlfühlen und Design vereint das Vier-Sterne-Superior artepuri hotel meerSinn. Für viele Stammgäste ist es das Kraftzentrum zum Auftanken, zum Urlaub machen im besten Sinne, nämlich Medical Wellness für Körper, Geist und Seele. Holz, Stahl und Glas sorgen für ein modernes Design – alles naturbelassen und wohngesund. Wenn das Wetter es erlaubt, kann man sich auf der Terrasse in drehbare Strandkörbe kuscheln. Oder man macht es sich in der Leseecke auf der Empore über der Halle gemütlich, während im Kamin ein wärmendes Feuer knistert.

Die „Villa Seenixe“ zwischen Strand und Kurpark wurde 1903 errichtet. Nach turbulenten Zeiten im Krieg und nach der Wende fiel sie in einen traurigen Dämmerzustand, stand einige Zeit leer. Doch dann kam Thomas Hummels und machte aus der eleganten Residenz ein Designhotel. Auf den ersten Blick sieht die auferstandene niXe aus wie ein Dornröschenschloss, nur moderner, frecher. Das setzt sich innen fort. Klassischer Bäderstil geht hier mit raffiniert beleuchtetem Glas, Schiefer, Leder und Eichenböden eine reizvolle Verbindung ein. Wer einmal eine Suite oder Junior-Suite bewohnt hat, kommt immer wieder. Ein Grund: Der gläserne Fußboden lässt einen förmlich schweben. Und zwar über feinen Ostseesand, in dem gerade noch jemand einen Fußabdruck hinterlassen hat. Die feine Küche des im Souterrain gelegenen Restaurants

Wer auch im Urlaub nicht auf Multimedia verzichten möchte, wohnt im Vier-Sterne-nymphe strandhotel & apartments goldrichtig. Das darf sich nämlich Apple Multimedia-Hotel nennen. In jedem Zimmer – und das gilt auch für die Appartements – steht ein 27-Zoll-iMac. Alle Informationen rund um den Aufenthalt, von Speisekarte bis Ausflugstipps, sind dort abrufbar. Aber das ist längst nicht alles. „Unsere Gäste können Dateien herunterladen, Fotos auf dem iPhone auslesen“, sagt Empfangschefin Maria Weyrich. „Konten für Xing, Facebook und Skype sind vorkonfiguriert. Wer mag, darf sogar Programme auf dem Rechner installieren.“ Das eigene
iPhone, iPad oder der iPod touch sind natürlich auch willkommen. Das kostenfreie WLAN reicht bis zum Strandkorb. Docking-Station vergessen? Kein Problem, an der Rezeption ist sie zu haben, sämtliche Adapter inklusive.

Kaiserlich logieren

Aber auch wer nicht in einem der Luxusherbergen absteigt, ist im Ostseebad Binz gut aufgehoben. Der Ort ist bekannt für seine Bäderarchitektur. Mit sicherem Gespür für historische Substanz und jeder Menge Leidenschaft haben die Besitzer in den vergangenen 20 Jahren die meisten der Häuser an der Strandpromenade saniert, sodass sie heute wieder im neuen alten Glanz erstrahlen. Aus vielen der prachtvollen Villen sind mittlerweile Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen geworden, die das Flair der Jahrhundertwende mit dem Komfort des 21. Jahrhunderts verbinden.

Aphrodite ziert den Dachfirst, auf dem Eingangsrondell der Villa Salve steht ein Springbrunnen mit Pferdeköpfen und Löwenskulpturen. Seit 1993 präsentiert sich das Haus wieder in edlem Weiß, auch innen kommen Eleganz und Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts voll zur Geltung:

Baldachin-Decken mit floralen Ornamenten, golden verzierte Wandlampen, Möbel der Belle Époque, verspiegelte Holzsäulen und Malereien im Jugendstil prägen das Bild. Erbaut wurde die Villa 1899 von Gräfin Kreis für sich und ihre Gäste. Das Gebäude erlebte eine wechselvolle Geschichte, war mal Tagungsort einer Freimaurer-Loge, später Kindersanatorium und Kindergarten. Seit 1992 kommen wieder Gäste. Dafür haben Regine und Harald Schewe gesorgt, Seiteneinsteiger der Gastronomie, die Hotel und Restaurant mit Herz und Händchen betreiben. Mit Erfolg. Helmut Kohl war schon zu Gast, ebenso Angela Merkel, der norwegische Kronprinz mit seiner Frau Mette-Marit und auch Sprint-Star Kathrin Krabbe.

Der Werdegang der „Villa Sturmvogel“ ist dem der „Villa Salve“ – und vielen anderen schmucken Bauten der Bäderarchitektur – ähnlich. Nachdem sich die Gäste eines Admirals im Ruhestand um die Jahrhundertwende die Klinke in die Hand gegeben haben, fristete das prachtvolle Gebäude während der DDR-Zeit ein trauriges Dasein. 1995 befreiten Gisa und Hans-Peter Reimann die Villa aus dem Dornröschenschlaf und richteten neun Appartements ein,die mehr sind als ein Feriendomizil. Sie sind ein Zuhause auf Zeit, ausgestattet mit sorgfältig ausgesuchter Kunst. Den Flur schmückt ein Wandbild der Tochter der Hamburger Besitzerfamilie, auch Bilder der renommierten Rügener Malerin Gudrun Arnold sind in den Appartements zu finden, von denen sechs einen unvergleichlichen Bick auf Ostsee und Kreidefelsen bieten. Die „Owners-Suite“ mit Turmzimmer ist mit handgearbeiteten Möbeln und einem Meißener Kachelofen ausgestattet. Sehr angenehm: Im Keller gibt es eine geräumige Sauna, genau richtig nach einem ausgedehnten Strandspaziergang oder einer Fahrradtour.




Wellness mit Produkten der Natur und der Region

Erholung für Körper und Seele kombiniert mit regionalen Produkten, das ist der Wohlfühl-Trend 2012. Im Ostseebad Binz liegt zeitgemäße Wellness quasi in der Luft. Während einer ausgiebigen Wanderung am kilometerlangen Strand gelangen Meerwasser, Meersalz und Algen in feinster Konzentration über Haut und Atemwege in den Organismus. Deren Wirkung und das pure
Wohlbefinden lassen sich in einem der vielen Wellness-Tempel noch intensivieren. Für Schönheit, Entspannung und Gesundheit stehen hier außerdem Rügener Heilkreide und heimischer Sanddorn auf der Zutatenliste. Und seit Beginn der 90er Jahre sprudelt aus Tiefen
von bis zu 1.222 Metern eine der reichhaltigsten Seeküsten-Jod-Quelle Europas in Binz, die eine positive Wirkung bei Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche hat.

Mit seinen Komforthotels hat Binz zahlreiche hochwertige Unterkünfte zu bieten. Bei vielen von ihnen stehen Naturprodukte der Region und Wirkstoffe aus dem Meer ganz hoch im Kurs. So bietet das Hotel Am Meer & Spa Packungen aus Rügener Natur-Heilkreide, Sanddorn, Nachtkerzenöl und Algen an. Im Designerhotel niXe kombiniert man Heilkreide, das „weiße Gold des Nordens“ mit heimischer Stutenmilch, Rapshonig und ätherischen Ölen. Beide Packungen fördern die Durchblutung, und die Heilkreide hilft herrlich bei Verspannungen und Hautproblemen. Sowohl im Arkona Strandhotel als auch im Rugard Strandhotel laden Meersalz Wrap und Thalgomince, eine Packung gegen Cellulite, zum Flirt mit Meeres-Wellness ein. Und

das Travel Charme Kurhaus Binz bietet Heilkreidepeeling, Massagen mit Sanddorn, Schlick-Packungen, Algen-Wickel und Salzabreibungen. Auch im Grand Hotel Binz werden Heilkreide und Algen verwendet, im Thai- Bali SPA gehen regionale, europäische und asiatische Wellness-Elemente eine gelungene Symbiose ein. Ohne innere Balance keine Energie und Lebensfreude. Im 5-Sterne-Designhotel Cerês hat man das erkannt und bietet Packages für die innere Harmonie. Im Senso Spa lässt man bei Kerzenschein die Seele baumeln, entspannt im kleinen Meerwasserpool oder im Float und genießt Behandlungen mit Wirkstoffen aus dem Meer. Wer ganz flott ganz viel Effekt für den Körper will, bucht das Vier-Tages-Programm „Le Corps“ im Cêres. Mit Meersalzpeelings, Algenund Vitalbädern sowie Lymphdrainagen wird der Stoffwechsel ordentlich angekurbelt, die Silhouette gestrafft. Das tägliche Wellness-Menü rundet das Entschlackungsprogramm ab.

Dass es in Binz nicht nur Schönheit und Entspannung, sondern auch Gesundheit gibt, beweist das artepuri hotel meersinn. Es wurde 2012 zum dritten Mal als Hotel in der Kategorie „Best Medical Spa“ mit dem European HEALTH & SPA AWARD ausgezeichnet.

Das einzigartige Gesundheitszentrum hat nichts von Krankenhaus-Atmosphäre sondern erfüllt alle Ansprüche, die man von einem 4-Sterne-Superior Hotel erwarten darf. Das artepuri hat sich unter anderem auf die Burnout-Prophylaxe spezialisiert. Dort steht eine eigene Mitarbeiterin zur Verfügung, die die Gefahren der permanenten Überlastung und die Symptome des Burnout-Syndroms kennt und weiß, wie man die Bremse zieht. Die Entgiftung des Körpers, die hier im Fokus aller Heilbemühungen steht, passt perfekt dazu. Sie basiert auf der modernen F.X. MAYR Medizin. Darauf aufbauend werden die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert sowie nachhaltig stabilisiert.

Binz-Urlauber, die nicht in einem Wellness-Hotel wohnen, können sich in einem der Day-Spas verwöhnen lassen, z.B. bei „Rügen Spezial“ für zwei mit Heilkreidepeeling, Meeresbad in der Partnerwanne und Ganzkörpermassage mit warmem Sanddornöl.

Wie eine Essenz des Meeres kommt einem die Binzer Thermalsole-Quelle vor. Sie sprudelt seit Beginn der 90er Jahre aus Tiefen von bis zu 1.222 Metern und gilt als reichhaltigste Seeküsten-Jod-Quelle Europas. Genauer gesagt sind es insgesamt vier bis zu 35 Grad Celsius warme Quellen, die direkt in die Becken des Seehotels Binz-Therme plätschern. Das Wasser ist über 220 Millionen Jahre alt und in seiner Art und Zusammensetzung an der Ostseeküste einmalig. Besonders ein Bad in Sole mit einem Salzgehalt von 15 Prozent sollte man sich nicht entgehen lassen.



Rügener Heilkreide

Wo Deutschlands größtes Eiland aus dem Meer ragt, gab es vor knapp 70 Millionen Jahren eine Meeresstraße, auf deren Grund sich im Laufe der Zeit Kleinstlebewesen, wie etwa Moostierchen, abgesetzt haben. Aus ihren Schalen und Gehäusen reifte das „weiße Gold der Küste“, die auf der Insel Rügen gewonnene Heilkreide, heran.

Mitte der neunziger Jahre wurden die Anwendungen, mit denen schon 1910 Kurärzte die Leiden der Gäste linderten, ganz neu entdeckt. Vermischt mit Wasser wird die feinkörnige Kreide zu einer himmlisch-cremigen warmen Packung, die den Kreislauf weniger belastet als Fango, aber mindestens ebenso entspannend und obendrein entschlackend wirkt.

Sanddorn - Rügens berühmte Beere

Der Herbst ist orange. Jedenfalls an Rügens Küsten, wo die kleinen ovalen Beeren des Sanddornstrauchs bis in den Dezember hinein prächtig gedeihen. Sie stecken voller Vitamin C – Wissenschaftler bescheinigen ihnen einen bis zu siebenmal höheren Gehalt als Zitronen. Außerdem sind die Energiebomben randvoll mit Mineralstoffen, Spurenelementen und weiteren lebenswichtigen Vitaminen. Sanddorn bringt dem Immunsystem nachgewiesenermaßen neue Kraft, schützt die Zellen und stärkt den geschwächten Organismus.

Äußerlich angewendet bieten die in Rügens berühmter Beere enthaltenen Antioxidantien und Radikalenfänger sogar Schutz gegen vorzeitige Hautalterung. Trockene Haut wird wieder elastisch und widerstandsfähig.

Gourmetadresse Binz

Ob Michelin oder Gault Millau, für die Tester der wichtigsten Restaurantführer ist das Ostseebad Binz schon lange kein Geheimtipp mehr. Einheimische Produkte stehen ganz oben auf den Einkaufslisten der Küchenchefs. Das Ganze möglichst naturbelassen, immer neu kombiniert und phantasievoll angerichtet. So ist sicher: Gourmets kommen in Binz voll auf ihre Kosten.

Ende 2009 wechselte Ralf Haug von Usedom nach Rügen und seitdem strahlt ein Michelin-Stern über dem Ostseebad. Haug nennt seine von Skandinavien inspirierte innovative Küche „nordic nature cuisine“ und räumt allen Dingen auf dem Teller die gleiche Wertigkeit ein. Da liegt die Jakobsmuschel neben Rote Beete und Meerrettich, das Bioland Rind wird mit Schwarzwurzeln und Chips serviert. Die Gäste können jederzeit einen Blick in die Küche werfen und dem Sternekoch bei der Zubereitung seiner Kreationen mit vielen regionalen Produkten wie Sanddorn auf „Hafersand“ und Taschenkrebs mit Heumilch, auf die Finger schauen. Bei der Weinauswahl hat das Restaurant einen deutschem Schwerpunkt. Der Preis für ein 3-Gänge-Menü liegt bei 49 Euro, pro weiteren Gang kommen 10 Euro dazu.

Auch eine spannende Weinbegleitung ist garantiert, wenn man dem Sommelier vertraut und sich für 21 Euro für das 3-Gänge Menü, plus 5 Euro pro zusätzlichen Gang mit passenden Weinen verwöhnen lässt.

Freunde der Bioküche werden im Restaurant meerSalz fündig, dem ersten und (vorerst) einzigen Bio-Restaurant auf der Insel. Die Verbindung von Genuss und gesunder Ernährung überzeugt auch den verwöhnten Gourmet. Lebensmittel in 100% Bio-Qualität aus der Region machen die meerSalz-Küche unverwechselbar. Die Wälder der Umgebung liefern eine Vielfalt an frischem Wildbret, der Fisch kommt fangfrisch aus heimischen Seen und Küstengewässern, das Fleisch bezieht Küchenchef Thomas Gotthardt von den regionalen „Landwert“-Manufakturen.

Mehrfach vom Gault Millau ausgezeichnet ist das Kurhaus-Restaurant im Travel Charme Kurhaus Binz. Küchenchef Andreas Pirk nutzt erstklassige regionale Produkte für eine euroasiatische Küche. Fleisch vom Schwarzkopf-Texel-Lamm, das auf Rügener Salzwiesen geweidet hat, versteht sich beispielsweise bestens mit Curry. Immer freitags gibt es das traditionelle Binzer Fischfestival mit Buffet. Eine Eigenerfindung der Pâtisserie ist die Kurhaus-Torte – eine süße Komposition, für die Kaffeegäste von weit her anreisen. Sie besteht aus Schokolade und einer raffinierten Sanddorn-Füllung.

Die „Neue Mecklenburger Präcisionsküche“ des Restaurants Negro im Hotel Cêres steht für moderne regionale Küche, der Schwerpunkt liegt auf Fisch und Rinderfilet. Das Herfordshire Biorind wird von Küchenchef Thomas Gotthardt mit Bohnenkernen und gepfefferten Kartoffeln kombiniert und der Zander mit Roter Beete und Graupenrisotto. Vorwiegend deutsch präsentiert sich die Weinkarte, beispielsweise mit einem Grauburgunder vom Weingut Heger am Kaiserstuhl.

Per gläsernem Aufzug geht es hinauf ins Rugard's Gourmet, dem Speisentempel im fünften Stock des Rugard Strandhotel. Frisch vom Markt auf den Tisch, lautet das Motto, nach dem Küchenchef Thomas Schuder hier zaubert. Wie wäre es beispielsweise mit Rügener Fischsuppe, gefolgt von Medaillons vom Fläminger Landschwein oder vom Seeteufel? Anschließend dann ein Vanille Parfait oder Biokäse vom Rügener Hofgut Bisdamitz. Im Hummerbecken kann sich der Gast seinen Hummer aussuchen, der dann ganz „fangfrisch“ zubereitet und serviert wird. Und dazu der Blick über die gesamte Binzer Bucht!

Binzer Traditionsküche

Ostsee-Steinbutt und Spargel vom Rügener Bauern Lange. Das Hauptgericht im Restaurant der „Villa Salve“ war ganz nach dem Geschmack von Kronprinz Haakon und seiner Frau Mette-Marit, als die Norweger auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch im Ostseebad Binz waren. Zu jeder Jahreszeit würden Binzer Köche dem Kronprinzenpaar vorzugsweise heimische Produkte servieren, die auf Rügen wachsen oder dort produziert werden. Hornfisch und Hering im Frühjahr, heimischer Spargel und Erdbeeren im Frühsommer, Wittower Kohl und Wild im Herbst, frischer Sanddorn im Winter – jede Jahreszeit hat ihre Traditionen.

Neben Fisch aus den Küstengewässern, heimischem Wild und den traditionellen Kohlsorten haben engagierte Rügener in den vergangenen Jahren Traditionelles wiederentdeckt: Aus dem Pommerschen Landschaf wird beispielsweise schön magere Lammsalami hergestellt und die Leberwurst vom Pommerschen Landschwein hat bereits Kultstatus. Mittlerweile haben Schaf- und Ziegenkäse, Fleisch und Wurst mit dem Logo „Rügen bio“ auf der gesamten Insel und weit darüber hinaus einen exzellenten Ruf. Nicht nur für Kronprinzen gilt: Von der traditionellen Fischräucherei bis hin zur feinen Küche bietet Binz ein breites Spektrum für Genießer.

Schon früh um sechs Uhr knistert bei Fischer Kuse bereits ein lustiges Feuerchen im Räucherofen. Der steht am südlichen Ende der Promenade direkt am Strand und wird täglich frisch gefüllt mit Fisch aus eigenem Fang. Der Fischereibetrieb, bereits in vierter Generation tätig, offeriert den wahrscheinlich besten Räucherfisch auf Rügen.

Ostseedorsch unter Kartoffel-Ingwerkruste auf Wittower Sahnekohl ist das erklärte Lieblingsgericht der Gäste in der legendären Strandhalle. Kein Platz gleicht hier dem anderen. Man kann wählen zwischen verschiedenen Sitzecken aus gemütlichen Sofas oder betagten, jedoch bequemen Stühlen. Das Mobiliar im hundertjährigen Holzhaus sorgt für Atmosphäre. Die Attraktion bleiben jedoch die ausgefallenen köstlichen Kreationen von Küchenchef Toni Münsterteicher. Der Ostseedorsch ist nur eine davon. Scheiterhaufen, ein Dessert mit Äpfeln der Halbinsel Mönchgut, eine weitere.

Kohl hat den Weg vom Arme-Leute-Essen in die Gourmetküche längst gefunden. In der salzigen Seeluft Rügens gedeiht der „Wittower Kohl“ vorzüglich. Jedes Jahr im Herbst, von Ende September bis Anfang November, wetteifern Köche auf ganz Rügen während der traditionellen „Kohlwochen“ mit neuen Kreationen um die Gunst der Gaumen.

Aber auch in den Monaten danach stehen in den Binzer Restaurants mit dem Logo „Regionale Esskultur Rügen“ interessante Gerichte rund um das gesunde Gemüse auf der Karte. Ein Beispiel sind die Binzer Bierstuben im Hotel Granitz. Sie bestehen seit über 100 Jahren in einem der ältesten Häuser von Binz; serviert wird Hausmannskost und typische Mecklenburger Küche. Jeden Donnerstag gibt es die Riesenkohlroulade „du Chef“ mit 1000 Gramm Gewicht für den ganz großen Hunger.

Sanddorn ist wegen des hohen Vitamin C-Gehalts als Zitrone des Nordens bekannt. Die Beeren wachsen auf den Inseln Rügen und Hiddensee. Im Oktober werden sie mit viel Aufwand geerntet und mittlerweile das ganze Jahr über zu einer Vielzahl von Spezialitäten verarbeitet. Auch auf die Speisekarte der Binzer Restaurants hat es der Sanddorn geschafft, als Hausaperitif mit Martini Rosso, als Sanddorneis, als Suppe mit Garnelen oder auch in einer Sanddorn-Chilisauce, die zum Kalbssteak gereicht wird. Ein beliebtes Mitbringsel aus Binz sind Fruchtaufstriche, Gelees und Honig, Wein und Brände, Tees, Nektar und Bonbons aus und mit Sanddorn. Im Café Horn und im Sanddorn´s, beide in der Hauptstraße, gibt es außerdem heißen Sanddornsaft „to go“.



(c) Magazin Frankfurt, 2021