El-Gawhary/Schwabeneder, Auf der Flucht

Karim El-Gawhary, langjähriger Nahost-Korrespondent deutschsprachiger Zeitungen, Vertreter des ARD-Rundfunks in Kairo und seit 2004 Leiter des ORF-Nahostbüros in Kairo erhielt 2011 den „Concordia Presse-Preis“ und ein Jahr später die Ehrung als Auslandsjournalist des Jahres. Schon seine früheren Bücher waren Bestseller. Zusammen mit Mathilde Schwabeneder, die seit 2007 als ORF-Korrespondentin in Rom tätig ist, wohin sie erstmals 1983 übersiedelte und dort Romanistik studierte und promovierte schrieb El-Gahwary jetzt beeindruckende und einfühlsame Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers.

Sie fliehen vor Krieg und Terror aus Syrien und dem Irak und vor der Armut in Afrika. Viele Millionen sind es. Allein in der libanesischen Bekaebene leben über 200.000 Menschen in notdürftig mit Planen abgedeckten Verschlägen. „Ich habe mein Baby bei Schnee und Eis zur Welt gebracht und in der Kälte ist es dann gestorben“, erzählt etwa Fatma. Manche wagen den lebensgefährlichen Weg durch die Wüste und über das Meer. „Das schlimmste“, sagt Dembo aus Gambia, „war die Fahrt durch die Sahara.“ Eine Flasche Wasser musste für eine Woche reichen. Hinzu kam die peinigende Angst, auf vollgepferchten Pick-ups zu sterben. Für Schlepper sind Flüchtlinge ein gutes Geschäft. Sie bringen „mehr Geld als Drogen“, brüstet sich ein Drahtzieher der römischen „Maia-Capitale“. Nur wenige schaffen es in sichere Staaten – wie die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen gelingen kann, zeigt das letzte Kapitel des Buches.

(c) Magazin Frankfurt, 2019