Bruckner, Sinfonie Nr. 5, Thielemann

In der Diskografie der Sächsischen Staatskapelle nimmt Bruckners Fünfte eine besondere Stellung ein: 1937 spielte Karl Böhm, damals GMD in Dresden, dieses Werk zum ersten Mal in der damals gerade erschienenen Originalfassung auf Schellack ein und schuf einen Meilenstein der Schallplattengeschichte. Für Christian Thielemann, der seit seinem Amtsantritt als Chefdirigent in Dresden 2012 jede Saison mit einer Sinfonie von Bruckner einleitet, war dessen Fünfte der Auftakt zu seiner zweiten Saison im Elb­-Florenz. Häufig wird diese Sinfonie, deren Uraufführung der Komponist selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht beiwohnen konnte, mit Bruckners Streben nach Anerkennung in Verbindung gebracht. Sicher ist, dass diese „Phantastische“, in der es von stilistischen Bezügen und Anlehnungen nur so wimmelt, ein Zeugnis von den überragenden Leistungen ist, zu denen Bruckner fähig war. Auch Thielemann, der bereits als DER Bruckner-Interpret unserer Zeit gilt, in diesem allseits bejubelten Konzert mit der Dresdner Staatskapelle wieder einmal seine überragenden Leistungen als Magier auf dem Podium. Die Aufnahme auf DVD und Blu-ray ist die Fortsetzung des Bruckner­Zyklus' nach Bruckners Nr. 8 vom Mai 2014.

(c) Magazin Frankfurt, 2017