19.05.2026
Eva Demski wurde zwar vor 84 Jahren in der Oberpfalz geboren, lebt aber inzwischen schon seit fast 50 Jahren als fleißige und erfolgreiche freie Schriftstellerin in Frankfurt. Für viele ihrer in den vergangenen Jahrzehnten erschienenen Werke wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. Frankfurt kommt in ihren Büchern immer wieder einmal vor und die Autorin betrachtet die Stadt auch im Alter weiterhin mit wachsamen Auge. Die in ihrem neuen Band zusammengetragenen dreißig Fundstücke und Geschichten könnten Anregung sein, die Stadt mit neuen Augen zu sehen.
Dass Frankfurt voller Merkwürdigkeiten steckt, hat der Frankfurter Goethe schon festgestellt. Daran hat sich nichts geändert, man muss sie nur entdecken. Ein leerstehendes Häuschen in bester Stadtlage, aus dessen Fenstern Gardinen wehen, niemand weiß, wer darin gelebt haben mag. |
Kleine Kunstwerke an unscheinbaren Ecken, keiner kennt die Künstlerinnen oder Künstler. Ein geheimnisvoller Garten an der Mauer der Justizvollzugsanstalt, ein Hühnerhof mitten in der Stadt. Gemalte Tiere auf Hauswänden, die abgerissenen Frakturbuchstaben des einst stolzen Gebäudes der FAZ …
Eva Demski hat sich mit Smartphone und Neugier auf Bildersuche in der scheinbar vertrauten Stadt gemacht und bei jeder Erkundung Merkwürdiges gefunden, Vergessenes, Übersehenes, aber auch fröhlich Lebendiges wie die dicke graue Katze, der eine ganze Straße gehört. Oder die unvermuteten Prächtigkeiten im Sperrmüll.
Eva Demski, Frankfurt auf den zweiten Blick - Fast eine Liebeserklärung, Insel Verlag, Taschenbuch, 135 Seiten, ISBN 978-3458684565, 14 Euro |