China und der Wein

Chateau Yunding

© Michael Ritter

Mit China assoziiert man nicht automatisch Wein sondern eher Tee und wer doch einmal in der Vergangenheit die Bekanntschaft mit Weinen mit edel klingenden Namen wie Great Wall oder Dynasty gemacht hat, der wird daran nicht die besten Erinnerungen haben. Dabei hat er Weinbau in China eine lange Tradition.

Schon vor 9.000 Jahren hatte man dort nach neueren biomolekularen Untersuchungen von US-Forschern Wildreben verwendet und schon vor der Zeitenwende brachten chinesische Entdecker erste Edelreben aus Zentralasien und den Mittleren Osten mit, die dort von griechischen Siedlern eingeführt worden waren.

Noch heute stammen einige der interessantesten Weine des Landes aus dem auf halben Weg der Seidenstraße nach Europa liegenden Xinjiang. Doch qualitativ hat die stärker auf Masse als auf Klasse ausgerichtete Produktion die internationalen Weinfreunde lange Zeit enttäuscht. Das mag auch daran liegen, dass schon damals die Produktion von Wein ein staatliches Monopol war und die Menschen den Segen des Weins nur durch klammheimliches Schwarzkeltern erlangen konnten.

Menschenmassen vor dem Changyu Wine Museum

© Michael Ritter

BESUCH IM CHANGYU WINE CULTURE MUSEUM

Doch seit den 8oer Jahren des letzten Jahrhunderts tut sich etwas in China. Manch europäischer Winzer mag von den Besuchermassen träumen, die morgens in Schlangen vor dem Eingang zum Changyu Wine Culture Museum stehen, nachdem sie die Busse dort abgesetzt haben. Wie ein Weingut sieht Changyu Pioneer Wine, der größte und älteste chinesische Weinbaubetrieb im Zentrum der 7-Millionen-Stadt Yantai nicht gerade aus, eher wie ein sozialistischer Bürobau aus längst vergangenen Zeiten. Drinnen erwartet uns unsere Führerin mit Brille, blauen Hosenanzug und gescheiteltem Haar, um uns auf Englisch im Schnelldurchlauf über Weingut, Geschichte und Produkte zu informieren und durchs Museum zu begleiten. Viel bleibt dabei zwar schon sprachlich auf der Strecke aber der Gast kann sich auch an den teils englischsprachigen Texten informieren.

Zuerst nimmt sie uns zu einem gewaltigen Marmorrelief, das die Geschichte Changyus und die wichtigsten Akteure für die Nachwelt ins Bild setzt. Das 1892 von dem chinesischen Diplomaten und Unternehmer Chang Bishi gegründete Unternehmen vereint im Firmennamen den Familiennamen des Gründers mit dem chinesischen Begriff für Glück.

Zwar blieb dem damals gut 50-jährigen Chang dieses Glück anfangs versagt, da die ersten Reben, die er aus den USA und später aus Europa einführte, mit dem ungewohnten Boden der "rauchenden Plattform", so der übersetzte Name Yantais nicht zurechtkamen und eingingen. Doch Chang gab nicht auf. Als Önologen hatte er dank seiner exzellenten Kontakte zum Drachenthron den jungen Maximilian Freiherr von Babo gewinnen können, der als österreichischer Vizekonsul an Chinas Kaiserhof entsandt war. Der umtriebige Chang, der auch in anderen Industrien Chinas ein großes Rad drehte, lernte aus den Fehlern und pfropfte dann die edlen internationalen Reben auf aus dem Nordosten des Landes stammende Wildreben. Mit Erfolg. Mit von Babo hatte er einen echten Kenner im Haus, dessen Vater August Wilhelm die Mostwaage erfunden und sich als Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule einen Namen gemacht hatte.

Gerüste aus Bambus

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CHINAS GEWALTIGEN BAUVORHABEN

Schon damals wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Der 1894 entstandene Weinkeller, den wir später durchwandern, beeindruckt durch seine Größe uns war zumindest ein gutes Jahrhundert der größte Weinkeller Asiens. Überhaupt - wer sehen will, wie Bauvorhaben blitzschnell umgesetzt werden, ist in Yantai auf der Nordseite der chinesischen Shandong-Halbinsel goldrichtig. Dass die Chinesen Großprojekte realisieren können haben sie schon mit der Chinesischen Mauer eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Heute schießen nicht nur überall Hochhäuser aus dem Boden, um den Zuzug in die Millionenstädte zu gestalten, sondern auch Infrastruktur-Projekte, wie modernste Flughäfen, Autobahnen und Hochgeschwindigkeitstrassen, die diese miteinander verbinden. Auch heute noch sieht man dabei oft die traditionellen Bambusgerüste, mit denen die Konstruktionen hochgezogen werden. Dazu entstehen gewaltige Kanäle, um die Wasserversorgung in den neuerschlossenen Gebieten sicherzustellen. Mehr als die Hälfte der Mega-Hochhäuser, die allein 2014 fertiggestellt wurden, stehen in China.

Jüngstes der ehrgeizigen Projekte Chinas ist der Bohai-Tunnel zwischen Yantai und Dalian. Nach dem Vorbild des Ärmelkanaltunnels plant China ein neues Rekordprojekt von 123 Kilometer Länge, das bis zu 40 Milliarden Euro kosten dürfte. Ob das wirtschaftlich Sinn macht? China glaubt schon und hat den Tunnel in den aktuellen 5-Jahres-Plan aufgenommen.

Fertiggestellt erspart der Tunnel Reisende mit dem Ziel Dalian auf der gegenüberliegenden Liaodong-Halbinsel eine 1.400 Kilometer lange Fahrt um die Bohai-Bucht oder acht Stunden mit der Fähre. Der 30 Meter unter dem Meeresboden geplante Eisenbahntunnel soll die Fahrt auf 40 Minuten verkürzen.

Er würde auch die Fahrtzeit zwischen zwei chinesischen Weinregionen reduzieren, denn der inzwischen weltumspannende Wein-Pionier Changyu baut zwar hauptsächlich in der Region rund um seinen Hauptsitz in Yantai an, aus der rund 40 Prozent der chinesischen Weinproduktion kommen, doch für Projekte wie den Eiswein, hat man nahe der Grenze zu Nordkorea rund um den Huanlong See auf der anderen Seite des Bohai-Bucht mit Hilfe kanadischer Partner ein großes neues Weinbaugebiet entwickelt. doch bestätigen als Berater tätige europäische Experten, dass das dortige Klima in einer Höhe von 380 Metern ideal für die Eisweinproduktion ist. Changyu hat dort stolze 340 Hektar angepflanzt. In China spricht man von insgesamt 5.000 Hektar, was es zum größten kommerziellen Produktionsgebiet für Eiswein in der Welt macht, doch fragwürdige Superlative und falsche Zahlen sind in China nicht unüblich.

Alter Changyu-Weinkeller

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EISWEIN ANBAU AN DER GRENZE ZU NORDKOREA



Anfangs hat man sich auf die auch in Kanada übliche Hybrid-Rebe Vidal beschränkt, die wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gerne eingesetzt wird, allerdings außer exotischen Süße und fast sirupartiger Viskosität nicht viel Komplexität mitbringt und nicht an Riesling-Eiswein heranreicht. Den chinesischen Gusto nach süßen Weinen befriedigt er aber allemal. Jüngere Anlaysen des chinesischen Kaufverhaltens im Internet bestätigen diese Lust auf süße Weine. Das Klima in dieser nordchinesischen Provinz ist ausgezeichnet. Während im Sommer die Trauben genügend Sonne bekommen, wird es im Winter bitterkalt und die erforderlichen Temperaturen von -8° C über 24 Stunden werden locker erreicht. Auch das Mostgewicht toppt mit 350g/l die Anforderungen der von der deutschen Önologin Monika Christmann geleiteten Internationalen Organisation für Rebe und Wein OIV, in der China kein Mitglied ist, deutlich.

Die Transparenz und Kommunikation der chinesischen Weinwirtschaft könnte besser sein. Englischsprachige PR, verlässliche Websites für ausländische Besucher oder zuverlässige Zahlen sind Mangelware.

Gut – Kommunikation mit dem Ausland ist für chinesische Winzer momentan unwichtig. Der chinesische Markt boomt und vom Eiswein, den Changyu vor einigen Jahren mit Lenz Moser und dessen Firma auf der ProWein für den europäischen Markt präsentierte, sind in Deutschland bestenfalls Restbeständen erhältlich. Der nach von Babo zweite Österreicher hat Changyu auch bei deren Weinplänen in Ninxia unterstützt und ein dort in der Grenzregion zwischen Mongolei und Gelben Fluss entstandenes Changyu Chateau trägt seinen Namen. Inzwischen stehen sechs solcher auf Tourismus getrimmte Chateaux in den verschiedenen Weinbauregionen Chinas, umgeben von Weinbergen in der Größe Burgunds und machen Changyu mit einer Jahresproduktion von rund 150 Mio. Flaschen Wein zur No. 10 der größten Weinbaubetriebe weltweit. In einigen Regionen, wie Ninxia gibt es ein paar junge kleinere Boutique-Weingüter, deren Weine bei einer Blindverkostung durch französische und chinesische Weinexperten des Decanter Magazins 2011 gegen Topweine von Bordeaux bei vier von fünf Gegenüberstellungen obsiegten.

Weinberge von Chateau Yunding

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DER CHINESISCHE HYPE UM DEN WEIN

Der Hype, den Wein derzeit in der Volksrepublik auslöst, ist bemerkenswert. Meist ist es die städtische Jugend, die darauf abfährt und in den Supermärkten stehen überteuerte Europäer, Amerikaner und Australier neben ebenso überteuerten chinesischen Wein. Meist ist es Rotwein, der allein schon wegen seiner glücksverheißenden roten Farbe bei den Chinesen gut ankommt und für viele von ihnen heute einfach zu einer Feier dazugehört. Ob bei Familienfeiern, im Restaurant oder in der Bar gehören edle Weine oft dazu. Warum sollte man sich da, wenn man die Produktion leicht im eigenen Land verkaufen kann, mit dem Ausland abmühen? Bei Changyu bleiben nach neuern Zahlen rund 90 Prozent der Produktion im Land.

Auch bei Geschäftsessen mit Chinesen, die meist mit einem umfangreichen Mahl auf dem großen Rundtisch mit der drehbaren Platte zelebriert werden, ist Wein (neben Bier) nicht mehr wegzudenken. Der Gast sollte dabei trinkfest sein, denn es ist die Regel, dass einem der Gastgeber dreimal zum Willkommen zuprostet. "Ganbei!" - das bedeutet "trockenes Glas" oder "Auf ex!". Man sollte es wörtlich nehmen, damit der Gastgeber nicht sein Gesicht verliert. Einfaches Nippen am Glas wird nicht akzeptiert. Erst kommen leichteren Speisen und frittierte Kleinigkeiten. Der Gastgeber steht auf, drückt seine Freude über unseren Besuch aus und wir stoßen an. "Ganbei!" Das kann man als Gast nicht unbeantwortet lassen und so steht man selbst auf, drückt seine Freude aus und - "Ganbei! - prostet sich wieder gegenseitig zu. Dreimal ist ein solches wechselseitiges Toastspenden Pflicht, doch Chinesen haben immer Spaß daran, ihre Gäste an die Grenzen zu führen.

Bei früheren Besuchen musste ich dieses Ritual oft mit hochprozentigen Hirseschnaps Maotai absolvieren. Da ist der Wein deutlich leichter, zumal die winzigen Gläser auf dem Tisch bei europäischen Sommeliers Entsetzen hervorrufen würden. Auch hinsichtlich der optimalen Serviertemperatur gibt es massive Unterschiede zwischen chinesischen und europäischen Geschmack. Nicht jeder mag zu warmen Wein, der leicht in den Kopf steigt. Selbst bei Topweinen, wie dem Changyu Cabernet Gernischt blieb uns vor Ort ein solches forciertes Gewalttrinken nicht erspart.

Doch auch andernorts entstehen neue Weingüter, wenngleich Changyu massiv in China ausbaut. Rund um Yantai schießen inmitten von Obstplantagen mit in Paierbeutel eingepackten Äpfeln und Gemüsefeldern mit Erdnüssen und Süßkartoffeln die Weingüter aus dem Boden, was den Pionier nicht unbeeindruckt lässt. Auch da wird viel Geld in die Hand genommen. Bei der Fahrt von Yantai nach Penglai passieren wir die Baustelle der riesigen Changyu International Wine City, einer Art Disneyland für den Wein, für mehr als eine dreiviertel Milliarde Euro. Die Eröffnung ist für 2017 geplant. Eines der für China wohl obligatorischen Wein-Châteaux mit Luxushotel steht schon, weitere sollen folgen. Gäste können sich dann dort auf Weinausstellungen über Wein informieren. Mancher kommt schon heute zu "Masterclasses" mit in Kompaniestärke besuchten Verkostungen, um mehr über die verschiedenen Weine, die Intentionen des Winzers, die unterschiedlichen Rebsorten und die damit verbundenen Aromen zu erfahren. Mit Erfolg. Oft trifft man auf Weinpräsentationen in den europäischen Weinbaugebieten exzellent geschulte Sommeliers und Weinexperten aus China.

Modell der International Wine City

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DIE NEUEN CHÂTEAUX UND DIE REBFLÄCHE

Auch einer der anderen frühen Weinbaubetriebe setzt inzwischen auf Qualität: die China Great Wall Wine Company. Der nach Menge größte Weinproduzent Chinas ist Teil des Staatsunternehmens Cofco, das als Partner hinter der Gründung von Chateau Junding stand. Dort wurde mit Millioneneinsatz auf über 400 Hektar Wein gepflanzt, wozu auch eher ungewöhnliche Rebsorten wie Tannat gehören. Es liegt ein paar Kilometer außerhalb der Stadt an der Küste mit Luxushotel, Golfplatz und großem Weinkeller inmitten der Weinberge. Schon von weitem sieht man die cremefarbene Anlage mit dem kleinen Glockenturm hinter den Rebenfeldern. Wer nicht Golf spielt genießt in Chinas erstem Wein-Spa sein Leben und badet in verdünntem Rebensaft mit Rosenblättern. Auch dort gibt es sehr ordentliche Weine, bis 2020 sollen sie die besten Asiens sein. Man ist auf gutem Weg, wenngleich der Topwein Chateau Junding Santa Grace Red, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot und Syrah schon mal bis zu 150 Euro kostet und damit - noch unangemessen hoch - auch preislich an die Topweine des Bordeaux, mit dem man hier auf gleicher geopraphischer Höhe liegt, anschließt.

Rund 800.000 Hektar Rebfläche hat China der OIV gemeldet, das Weinland Deutschland hat gerade mal ein Achtel davon. Damit wäre China die Nummer 3 hinter Spanien und Frankreich, doch wird – auch wenn man in China ungern darüber redet - nur ein Bruchteil davon auch Wein angebaut, meist sind es Tafeltrauben, Rosinen. Verlässliche Zahlen – auch hinsichtlich der Produktionsmenge - bleiben in China ein Problem, da dafür auch importierter Verschnittwein eingerechnet wird. Als vor zwei Jahren vollmundig 600.000 Hektar Rebfläche gemeldet wurden und mancher Beobachter diese Zahl gar noch nach oben korrigieren wollte, brachte der britische Robert Joseph in einem Interview mit Changys langjährigem stellvertretenden Generaldirektor Sun Jian die unklaren Zahlen aufs Tapet und war über das Ergebnis wohl selbst überrascht, denn Sun bestätigte die Zahl von 20.000 Hektar im Besitz von Changyu und schätzte die Zahl der Weinberge von Mitbewerbern im Rest Chinas auf nicht einmal 50.000.

Penglai Pavillon

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PENGLAI UND DIE ACHT UNSTERBLICHEN



Ein paar Kilometer weiter erreichen wir Penglai. Der Volkssage zufolge lebten dort vor über 1.000 Jahren in der Tang-Dynastie acht taoistische Unsterbliche. Jeder von ihnen besaß eine magische Fähigkeit und ein Wunderwerkzeug. Wenn das nicht an die Avengers erinnert. Der schöne Tempelkomplex mit dem Penglai-Pavillon, einem der vier Großen Türme Chinas beeindruckt mit den Figuren und den weiten Blicken aufs Meer und ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten Chinas.

Dort wird auch die wichtigste Geschichte der acht Unsterblichen erzählt: Eines Tages nahmen sie im Himmel am Pfirsichfest der Mutter des Jadekaisers teil, waren fröhlich und tranken viel - wahrscheinlich Wein aus Yantai. Wankend erreichten sie auf dem Rückweg das Meer, das ihren Heimweg auf die Insel Penglai behinderte. Da machte Zhang Guolao, der Älteste von ihnen den Vorschlag, dass jeder von ihnen zeigt, wie man mit Hilfe seines Wunderwerkzeugs das Meer überqueren kann. Als Erster warf Eisenstock Li seine Arznei-Kalebasse ins Meer, die im Nu zu einem Boot anwuchs, mit dem er ins Meer stieß. Han Zhongli folgte mit seinem Rohrkolbenblatt-Fächer, der sich in ein großes Bambusfloß verwandelte, während Lü Dongbing sein Schwert ins Meer warf, das sich in ein Riesenschwert verwandelte, das mehreren Menschen Platz bot.

Auch Zhang Guolaos kleiner Esel sprang ins Meer, strampelte ein paar Mal mit den Beinen und lief dann mit dem alten Mann auf dem Rücken davon, während sich die kleinen Jadeflöte von Han Xiangzi in ein halbrundes Boot verwandelte, Hexianggus Lotusblüte zu einem großen Lotusschiff und Lan Caihes Blumenkorb sich im Wasser vergrößerte und ohne einen Tropfen Wasser durchsickern zu lassen übers Meer glitt. Der frühere Beamte Cao Guojiu schließlich warf seine sieben Jadetafeln in die Luft und als diese ins Meer fielen, wurden sie zu einem bunten Fährschiff. So zeigten die acht Unsterblichen ihre magischen Fähigkeiten, überquerten mit ihrem Talisman das östliche Meer und kehrte auf die Insel Penglai zurück.

Wenn man heute das Sprichwort hört „Die acht Unsterblichen überqueren das Meer" bedeutet das im übertragenen Sinne, dass jeder bei einer Sache sein Bestes gibt. So sollte es auch mit dem Wein aus Yantai bestellt sein.

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Denkmal der Acht Unsterblichen

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Reisetipps

Anreise: Nonstopflüge nach Yantai werden aus Deutschland leider nicht angeboten. Der nächste von Lufthansa und Air China in rund 11 Stunden direkt von Deutschland aus angeflogene Flughafen ist im 200 Kilometer südlich gelegenen Qingdao. Kosten ab 700 Euro. Eine schnelle Umsteigeverbindung von rund 15 Stunden bietet zum Beispiel Korean Air mit dem Flug über Seoul oder Air China mit dem Flug über Peking. China ist uns von der Zeit im Sommer sechs Stunden voraus. Yantai ist per Zug gut in knapp zwei Stunden von Qingdao aus zu erreichen. Es lohnt sich einige Tage in der sehenswerten ehemaligen deutschen Kolonie zu verbringen und dann weiter nach Yantai zu reisen. Alljährlich im August findet in Qingdao ein großes Bierfestival statt.

Einreise: Deutsche benötigen für die Einreise ein Visum erforderlich, das beim offiziellen China Visa Application Service Center beantragen kann. Notwendig ist ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass, Kosten bei Abholung 125,45 Euro, bei Versand 161,15 Euro.

Unterkunft: Als zentrales Hotel in Yantai bietet sich das Wanda Vista Yantai oder das Crown Plaza Yantai Seaview an. Auch Hilton eröffnet demnächst ein Hotel im Zentrum der Stadt. Etwas weiter entfernt vom Zentrum aber durchaus empfehlenswert und mit einem guten Restaurant augestattet ist das zu Wyndham gehörende Ramada Plaza Yantai.

Reiseveranstalter: Wer mehr sehen möchte, sollte eine organisierte Reise planen. Der Spezialist Chinatours bietet für die Provinz Shandong mit Qingdao, Yantai und Penglai mehrere Rundreisen an, bei denen man auch die Wirkungsstätten von Konfuzius besucht. Der sagte ja: "Der Weg ist das Ziel"-

Wer mit einem Mietwagen China erkunden will braucht Geduld und gute Nerven, denn der deutsche oder internationale Führerschein gilt in China nicht. Trotz aller Regeln fahren die Chinesen ausgesprochen rüpelhaft und rücksichtslos. Zwar nimmt die Zahl der Verkehrstoten langsam wieder ab, doch verglichen zu deutschen Gepflogenheiten ist es hier ein Spiel mit dem Tod. Für rund 90 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle sind Verstöße gegen de Verkehrsregeln verantwortlich. Da Sie mindestens zwei Tage für die ärztliche Untersuchung, den Test und die Ausstellung rechnen müssen und sie der Spaß für einen sechs Jahre gültigen Führerschein einiges kostet, nehmen Sie besser Taxis oder einen Wagen mit Fahrer. Chinatours bietet aber auch hierfür das Erlebnis als Gesamtpaket mit begleiteter Füherscheinprüfung und ausgearbeiteter Reiseroute, die man über ein mitgeschicktes iPad verfolgt an. Allerdiungs leider nicht für Shandong.

Internet: Internet ist in ganz China erreichbar und Wi-Fi Verbindung ist in jedem guten Hotel vorhanden, aber auch in Restaurants oder Cafes finden Kunden oft ein freies W-Lan vor. Fragen Sie einfach einen Angestellten für den Wi-Fi Zugang. Die Geschwindigkeit ist normalerweise in Hotels und Restaurants recht hoch, in Bussen, Schiffen oder in Zügen aber nicht immer stabil. Machen Sie sich bitte klar, dass Facebook, YouTube, Twitter und Google auf dem chinesischen Festland blockiert sind, da das Internet reguliert wird. Über eine VPN-Verbindung kann man diese Sperren umgehen, doch es ist nicht leicht, eine gute VPN-Verbindung zu finden. Recherchieren Sie deshalb vor Ort besser mit Bing. Auch Skype und Whatsapp kann man in China unbeschränkt benutzen, um Freunde und Familie zu kontaktieren.

Sprache: Die App Pleco eignet sich zum Lernen der Sprache und kann helfen, wenn Sie keine Menüs oder Schilder lesen können. Auch kann es die Namen beliebter Touristenattraktion ins Chinesische übersetzen. Die Eingaben macht man entweder in Pinyin, der römischen Schriftsprache von Mandarin oder man zeichnet die Zeichen und lässt diese übersetzen.

(c) Magazin Frankfurt, 2017