Mobil vor Ort in Hessen - auch ohne Auto

Mit dem Rad unterwegs

(c) Michael Ritter

Braucht man den eigenen Wagen, wenn man im Kurzurlaub die hessische Region entdecken möchte. Manch einer sagt schon heute "Nein" und setzt auf Angebote vor Ort - zum Beispiel im Nationalpark Kellerwald-Edersee, wo das Land Hessen die Angebote für ein Angebot „Mobil vor Ort" ausbauen möchte. Erkunden kann man die Region dort auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Region Waldeck-Frankenberg setzt dabei bei wenig genutzten Verbindungen eine Flotte von Anruf-Sammel-Taxis ein, die nach Anruf in regelmäßigen Abständen die Haltestellen in dem malerischen und waldreichen Gebiet miteinander verbinden. Wer dabei seine Unterkunft vorausplant, kann mit der attraktiven Gästekarte „MeineCardPlus" punkten.

Zum Beispiel im gemütlich-luxuriösem Relais & Châteaux Hotel Die Sonne Frankenberg im Herzen von Frankenberg. Die "MeineCardPlus" erhält der Gast dort und in zwahlreichen anderen Unterkünften in der Grimm-Heimat Nordhessen kostenfrei auf Einladung des Gastgebers bei seiner Ankunft und kann damit nicht nur Busse, Bahnen und das genannte Anruf-Sammel-Taxi kostenfrei im gesamten NVV-Gebiet nutzen, sondern auch rund 130 Freizeitmöglichkeiten kostenlos besuchen. Dazu zählt nicht nur das NationalparkZentrum Kellerwald, das als Eintrittstor zum von der Unesco zum Weltnaturerbe gekürten Nationalpark mit einer Mischung aus fantasievollen Inszenierungen und High Tech ganz wetterunabhängig außergewöhnliche Einblicke in die Wildnis des Kellerwaldes gewährt, sondern auch spannende Kulturangebote wie das Museum Thonet in Frankenberg, das im eigenen Firmenmuseum eines der ältesten Möbelhersteller der Welt mit seit 1819 produzierten Wohn- und Objektmöbel höchster Qualität in seinem Showroom Klassiker und Neuheiten aus Bugholz und Stahlrohr zeigt und einen lebendigen Eindruck von möglichen Einrichtungskonzepten vermittelt.

Wer schon immer mal das Segway-Gefühl ausprobieren wollte, bekommt mit der Karte in Frankenberg einen kostenfreien 15-minütigen Schnupperkurs, bei dem man sein Geschick auf einem Parcours erproben kann. Für Wasserratten wartet eine Vielzahl von Schwimmbädern und Thermen auf den kostenfreien Besuch.

Ute Schulte, die als Tourismusleiterin des Regionalmanagements Nordhessen für die Gästekarte zuständig ist sieht sie als "Gewinnbringer für die Region und die Betriebe“. Seit ihrer Einführung vor drei Jahren seien rund 100.000 Karten pro Jahr ausgegeben worden. Zwar nutze nicht jeder das kostenfreie Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel, doch hat man ermittelt, dass gut jeder fünfte Gast dieses Angebot nutzt, auch wenn er selbst mit dem Auto angereist ist, was angesichts der manchmal umständlichen Umsteigeverbindungen verständlich ist. Jeder der teilnehmenden Gastgeber beteiligt sich mit knapp 4 Euro pro Gast an der Finanzierung der Karte, hat dadurch aber auch mehr Übernachtungen als Gastgeber ohne dieses Angebot. Der Edersee gehört nach Willingen zu den Pionieren und Schwerpunkten der Gästekarte.

Auch für Besucher aus der Region ist der Edersee und der Nationalpark sehr beliebt. Die Busverbindung von Kassel wird gut genutzt, freut sich Nvv-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. Die Beteiligung an MeineCardPlus rechnet sich für den NVV zwar nicht, bringe aber einen deutschen Mehrwert für die Region. Direkt in den Nationalpark kommt man seit 2015 mit der wieder in Betrieb genommenen Bahnstrecke nach Korbach, die in Vöhl-Herzhausen den direkten Einstieg in den Nationalpark ermögliche und auch von Wanderern gerne genutzt wird. Naturfreunde aus Frankfurt können MeineCardPlus erst ab Burgwald-Ernsthausen nutzen.

Edersee

Edersee-Schoene-Aussicht auf Bringhausen

(c) Magazin Frankfurt, 2017