Maria Sibylla Merian Tradition des Blumenbildes

Maria Sibylla Merian

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Es hat zwar noch ein bisschen Zeit bis zur am 11. Oktober startenden Ausstellung im Städel, aber in 2017 jährt sich der Todestag der 1647 in Frankfurt geborenen und aufgewachsenen Maria Sibylla Merian zum 300. Male. Die Künstlerin zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt und so wundert es nicht, dass ihr das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, eine Ausstellung widmet, die sich der Blumendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert widmet. Die gerade eröffnete Ausstellung ist in Berlin noch bis zum 2. Juli 2017 zu sehen. Maria Sibylla Merian, die Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungsreisende steht dabei sowohl in Berlin wie in Frankfurt im Zentrum dieser Präsentation. In der Tradition von Florilegien (Blumenbüchern) und Tulpenbüchern ausgebildet, entwickelte sie sich zu einer Naturforscherin, die zunächst der Metamorphose von Raupen und Schmetterlingen, dann der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. Die Ergebnisse ihrer Forschungen publizierte Merian in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen sowie in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität. Eingebettet werden diese zentralen Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin in Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger. Gärten und wertvolle Pflanzen, darunter speziell Tulpen, waren insbesondere im 17. Jahrhundert ein kostbares Gut.

Florilegien aus dieser Zeit mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder als exklusive Kleinauflagendrucke mit kolorierten Kupferstichen im Riesenformat, wie etwa der berühmte Hortus Eystettensis des Basilius Besler, vermitteln einen Eindruck dieses besonderen Stellenwerts. Daneben umfasst die Ausstellung florale Ornamentstiche etwa von Martin Schongauer, Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer sowie Naturstudien von Georg Flegel und Georg Hoefnagel aus der Zeit um 1600. Außerdem werden eine Gruppe von Blumenzeichnungen von Bartholomäus Braun, der ebenso wie Maria Sibylla Merian in Nürnberg tätig war, sowie Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert gezeigt.

Vom späten 15. Jahrhundert spannt sich der Bogen herausragender Werke von Martin Schongauer über die Dürer-Schule, Joris Hoefnagel und Georg Flegel über kostbare gemalte und gedruckte Florilegien des Barock hin zu Maria Sibylla Merian. Ausgehend von ihren Frankfurter, Nürnberger und später Amsterdamer Arbeiten bildet sich in ihrer Nachfolge ein weites Feld höchst qualitätsvoller Blumenmalereien hin zu den feinmalerischen Werken der Barbara Regina Dietzsch und den Pflanzen- und Blumendarstellungen in der Landschaft an der Wende zum 19. Jahrhundert bei Jakob Philipp Hackert und Adrian Zingg, die alle im sehr schön illustrierten Katalog von Hirmer versammelt sind.

Maria Sibylla Merian, Chinesische Vase mit Blumen

© bpk / Kupferstichkabinett, SMB / Dietmar Katz

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(c) Magazin Frankfurt, 2017