Zum Zahnarzt ans Schwarze Meer

Sweti Konstantin am Schwarzen Meer

Zum Zahnarzt nach Bulgarien - Dentaprime Klinik

Nach dem 3-D-Druck muss geschliffen werden

(c) Nilgün Burgucu

Vielen Menschen ist der Besuch beim Zahnarzt ein Graus. Schon wenn beim Empfang das Summen des Bohrers durch die Tür des Behandlungszimmers hören, wollen sie am liebsten Reißaus nehmen. Spätestens wenn sie die weiß oder grün gekleideten Zahnarzthelferin selbst hinein führt, auf dem gepolsterten Behandlungsstuhl platziert, das Papierlätzchen umlegt und den Stuhl in die Horizontale fährt, schlottert mancher wie ein Pudel beim Gang zum Tierarzt. Doch der Besuch beim Zahnarzt ist oft ein notwendiges Übel, um Schlimmeres zu verhindern. Wer wartet, bis quälende Zahnschmerzen den Besuch unumgänglich machen, schadet nur sich selbst.

Die Kostenerstattung beim Zahnarzt ist für gesetzlich Versicherte beim Zahnersatz nicht gerade hoch - 50 % auf die Regelversorgung. Die gesetzlichen Krankenkassen kennen die Unlust ihrer Mitglieder und versuchen sie mit Versprechungen zum Zahnarzt zu locken, indem sie für regelmäßige jährliche Vorsorgeuntersuchungen, die sie über ein Bonusheft nachweisen, beim Zahnersatz einen höheren Zuschuss gewähren. Beim Nachweis über fünf Jahren gibt es einen 20 Prozent höheren Festzuschuss, also 60 Prozent. Wer mehr als zehn Jahre nachweisen kann, bekommt einen Bonus von 30 Prozent – also 65 Prozent. Wer den jährlichen Vorsorgetermin verpasst, für den ist der Bonus pfutsch. Ab Januar 2021 erhöht sich der Regelsatz von 50 auf 60 Prozent und inklusive der Boni auf 70 bzw. 75 Prozent.

Bei der Regelleistung geht es den Krankenkassen nicht um Ästhetik. Ziel ist es, eine ausreichende Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen. Für zerstörte oder verlorene Zähne wird jedes Jahr ein Betrag für Kronen, Brücken oder Prothesen festgelegt, die zwar für den Gebrauch ausreichen, aber nicht unbedingt ästhetisch punkten können. Implantate, die aussehen wie normale Zähne, sind nur in Ausnahmefällen Regelleistungen.

Die Folge: Zahnbehandlungen sind teuer. Der Eigenanteil reißt oft ein tiefes Loch in das jährliche Budget, denn bei einem Festzuschuss zwischen 157 (ohne) und 204 Euro (mit Bonus) im Jahr 2019 und Kosten einer Krone oder eines Implantats zwischen 300 und 1.900 Euro klafft je nach Wahl eine größere Lücke. Wer rechtzeitig eine Zahnzusatz-Versicherung abgeschlossen hat, kann aufatmen, denn diese deckt vielfach auch einen großen Teil der Zusatzkosten für aufwändigere Implantate.

Da sich nicht jeder eine teure Behandlung mit Zahnersatz oder Implantate leisten kann, wenn die gesetzlichen Kassen nur einen Bruchteil der Kosten übernehmen, versucht mancher das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und die Zahnbehandlung mit einem Urlaub zu kombinieren. Gut ein Prozent der deutschen Zahnpatienten nutzt inzwischen die Möglichkeit Zahnersatz im EU-Ausland anfertigen und einsetzen zu lassen. In einigen Urlaubsregionen hat man sich auf diesen interessanten Markt eingerichtet. Zahnkliniken in Bulgarien, Ungarn, Tschechien und Polen locken Patienten mit attraktiven Angeboten.

Doch was steckt dahinter? Kann ich auch im Ausland hohe Qualität bei Behandlung und Materialien erwarten? Wie sieht es mit der Verständigung aus? Und wie mit der Gewährleistung? Bekomme ich auch im EU-Ausland den Festzuschuss der Krankenkasse?

Klar, Qualität hat auch im Ausland ihren Preis. Was steckt hinter dem Versprechen hohe Qualität zu niedrigen Preisen zu bieten? Denn schließlich kommen ja auch noch die Kosten für die Reise hinzu. Lohnt der weite Weg also wirklich?

Goldschatz von Varna

Zu Gast in der Zahnklinik

Planungen am 3.D-Modell am Rechner

(c) Nilgün Burgucu

Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen und haben uns auf den Weg in die bulgarische Universitätsstadt Varna gemacht. Zumindest im Sommer ist der Ort mit Ferienfliegern aus ganz Deutschland schnell zu erreichen und nach einer halben Stunde Autofahrt vorbei an der eindrucksvollen Kathedrale und entlang des Ufers des Schwarzen Meers ist die Dentaprime-Klinik erreicht. Dort wartet schon deren Chefärztin Frau Dr. Dr. Regina Schindjalova auf mich. Sie ist dort seit 13 Jahren als wissenschaftliche Leiterin tätig, spricht fließend Deutsch und hat als Implantologin viel Erfahrungen mit Sofortimplantationen, wie man sie an der Dentaprime-Klinik durchführt. Sie bescheinigt mir, dass die Festzuschüsse der gesetzlichen Kassen auch bei der Behandlung in Bulgarien übernommen werden.

Der Kontakt der Klinik zu Deutschland ist eng und ihr Marketingleiter Alexander Krings, der meine Reise ans Schwarze Meer organsiert hat, sitzt – wie die meisten ihrer Patienten - selbst in Deutschland, wo er mit seinem Team für die Patienten auf Wunsch ein Rundum-Paket mit Reise, Transfers, Unterkunft und Behandlung zusammenstellt. So kann sich der Patient voll auf seine Zahnbehandlung konzentrieren und ganz nebenbei schöne Urlaubstage an der zauberhaften Küste verbringen. Wer alles selbst organisieren möchte, kann dies machen. „Einer unserer Patienten ist mit dem Kanu über die Donau angereist“ erzählt Krings lächelnd.

Von den 3.200 Patienten im Jahr 2018 kamen gut 80 Prozent aus dem deutschsprachigen Raum, 15 Prozent aus Osteuropa und 4 Prozent aus Großbritannien nach Varna zur Behandlung. Rund 200 Mitarbeiter, ein knappes Zehntel davon Zahnärzte und Implantologen, kümmert sich um die Patienten. Der Zuspruch zum Angebot der Zahnklinik ist groß, weshalb man gerade eine zweite Klinik in der Nähe baut, die 2021 fertig sein soll. Rund drei Monate vor der gewünschten Behandlung sollte man sich anmelden.

Auch wer neben der Behandlung keinen Badeurlaub plant, ist in Varna gut aufgehoben. Die mit 336.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Bulgariens lockt mit der monumentalen Muttergottes-Kathedrale, geschmückt mit Wandmalereien und Holzarbeiten, den großen Parks und einem Archäologischen Museum, das mit seinem einzigartigen Goldschatz, der zu den ältesten der Welt gehört, die Besucher fasziniert.

Sweti Konstantin ist der erste bulgarische Urlaubsort an der Schwarzmeerküste. Der kleine Ort mit Terrassenufer liegt nur 10 Kilometer nordöstlich von Varna und beherbergt zahlreiche Hotels, in denen die Patienten der Klinik absteigen können. Sweti bedeutet „heilig“ und weist auf das ehemalige Kloster hin, bei dem der bulgarische Fürst Alexander Battenberg, einst seine Sommerresidenz errichtete.

Die Dentaprime Zahnklinik ist ein moderner Bau, der sich mit seinen Rundungen und viel Glas von den umgebenden Villen unterscheidet. Das gepflegte Viertel ist geprägt von hohen Bäumen und ist nur durch die Schnellstraße vom benachbarten Sweti Konstantin getrennt.

In der Klinik wirkt alles modern und frisch und die angenehme Atmosphäre nimmt vieles von etwa noch existierenden Ängsten der Besucher. Die Patienten werden schon an der Rezeption von freundlichen Mitarbeitern in Empfang genommen, die ihre Sprache beherrschen und sie gut organisiert durch die Behandlung führen.

Die neuen Zähne sind da

(c) Nilgün Burgucu

Wilsberg Leonhard Lansink als prominenter Patient

Leonhard Lansink, der den Zuschauern aus seiner Rolle als ewig klammer Münsteraner Antiquar und Freizeitdetektiv Wilsberg bekannt ist, hat selbst vor einigen Jahren als Angstpatient sein Gebiss bei Regina Schindjalova auf Vordermann bringen lassen und war von der Behandlung begeistert. Statt ihn für das lange Warten zu tadeln, habe man sich professionell, sachlich und dennoch freundlich bemüht sein Problem zu lösen. „Ich habe in Deutschland noch keine bessere Einrichtung gesehen. Die Mitarbeiter sprachen besser Deutsch als ich“.

Wie die Russin Regina Schindjalova haben auch andere in der Klinik arbeitenden Mediziner ihre Ausbildung in Deutschland und anderen europäischen Ländern gesammelt und können deshalb ihre Patienten in deren Muttersprache beraten.

Müssen Patienten in Deutschland meist einige Zeit auf die Arbeiten der Zahntechniker warten, die ihr Zahnarzt in deutschen, aber oft auch ausländischen Labors bestellt, hat die Dentaprime Zahnklinik den großen Vorteil eines eigenen mit rund 20 Zahntechnikern besetzten Zahnlabor, was die direkte Zusammenarbeit und die schnelle unkomplizierte Kommunikation mit den Zahnärzten und Implantologen ermöglicht – für ein möglichst optimales Ergebnis beim Patienten. So entfällt ein zeitraubender Transport der Prothetik. Für die Nachsorge hat Dentaprime mit seinem Partnerzahnarzt-Programm geeignete Zahnarztpraxis in Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Hand, die den Patienten auch nach der Rückkehr nach Deutschland gut betreuen können.

Das Wartezimmer im Eingangsbereich ist modern und offen und sorgt mit roten und weißen Sesseln und Sofas und einem Kaffeeautomaten für eine angenehme Atmosphäre und schafft erstes Vertrauen. Wenn es dann in die oberen Stockwerke zur Behandlung geht, ist nicht nur die besuchende Journalistin beeindruckt von der Technik auf dem modernsten Stand und dem herzlichen und natürlichen Willkommen der Mitarbeiter, sondern auch die meisten Patienten.

Herzstück ist ein 3-D-Volumentomograph, mit dem gleich zu Beginn der Behandlung mit geringer Strahlenbelastung ein dreidimensionales Bild des Kiefers erstellt wird, anhand dessen die weitere Planung mit dem Patienten besprochen werden kann. So kann man auch bei knappem Knochenangebot sicher und erfolgreich implantieren und perfekte Ergebnisse auch bei komplizierten Fällen erzielen.

Die betriebliche Hektik, unter der viele Zahnärzte in Deutschland leiden, ist hier nicht spürbar. Alles bekommt seine Zeit, die Besuche sind so getaktet, dass kein Termindruck besteht. Der Zahnarzt führt ein ausführliches Vorgespräch, informiert den Patienten über alle wichtigen Details, steht offen für Fragen und kennt auch die häufigsten Sorgen seiner Patienten. Danach erstellt er auf Basis des Heil- und Kostenplanes des deutschen Zahnarztes ein Angebot der Dentaprime Zahnklinik. Dabei wird bei der Ausstattung und den verwendeten Materialien nicht gespart. Alles stammt von namhaften Unternehmen aus der Schweiz oder den USA.

Die Vorbesprechung dient den Zahnärzten dazu, sich zusammen mit dem Patienten anzusehen, was umgesetzt werden kann und muss und ob zuvor der Kiefer durch Knochenaufbau für Implantationen vorbereitet werden muss – was rund ein halbes bis dreiviertel Jahr dauert und einen oder zwei weitere Reisen nach Varna notwendig macht. Dann kann der Zahnarzt die Termine mit dem Patienten abstimmen und im günstigsten Fall die komplette Behandlung schon bei dem ein- oder zweiwöchigen Aufenthalt in Varna abschließen.

Dabei ist die modernste Technik eine Riesenhilfe. Mit Hochleistungs-3-D-Drucker kann das zahntechnische Labor Kronen, Veneers und Implantate sehr viel schneller als bisher anfertigen und dann auf den Punkt anzupassen.

Feinarbeiten im Zahnlabor

(c) Nilgün Burgucu

Zufriedene Patienten aus Deutschland

Im Hotel treffe ich beim Frühstück Ernst*. Der Endsechziger ist zusammen mit seiner Frau Ilse* an den Goldstrand gereist. Schon am Vortag hatte ich die beiden kurz im Wartezimmer der Dentaprime Klinik gesehen, wo Ilse zur Behandlung abgeholt wurde. Sie sind vor zwei Tagen angekommen und Ilse hatte gestern ihre erste Behandlung nach dem Vorgespräch. Sie käme heute nicht zum Frühstück, sagte Ernst, da man ihr nach den Vorarbeiten für zwei Tage verboten hätte zu essen. Ernst leidet innerlich mit, denn glücklich ist die sonst fröhliche Ilse damit nicht.

Schon am Vortag hatte ich in der Klinik ein Gespräch mit Werner* aus Stuttgart. Werner war am Ende seiner Behandlung und hatte sich fünf Implantate einsetzen lassen. Als Privatier habe sich die Reise nach Varna für ihn auf jeden Fall gelohnt, sagt er mit einem Lächeln, bei dem er seine neuen Zähne präsentiert, die perfekt auf die vorhandenen Zähne abgestimmt sind. Die Kosten müsse er als ehemalig Selbstständiger sowieso fast komplett selbst übernehmen. Auf seinen Zahnarzt daheim in Stuttgart ist Werner immer noch stinksauer. „Der hat nur Pfusch geliefert und kräftig kassiert“. In Bulgarien sei alles sehr viel schneller, besser und günstiger gelaufen. Ein Erholungsurlaub war es zwar nicht, denn die Zahnbehandlung mit den Implantationen stand im Mittelpunkt.

Gut gefallen hat Werner bei Dentaprime die kompetente Betreuung durch seinen Zahnarzt, der perfekt deutsch gesprochen habe. Auch das angenehme Ambiente sei hier sehr viel entspannender als bei der Zahnarztbesuch in der Heimat.

Die Behandlung habe trotz der Flug- und Hotelkosten bei seinen drei Besuchen nicht einmal die Hälfte dessen gekostet, was sein deutscher Zahnarzt berechnet habe. Wieviel er bezahlt hat, will er nicht verraten, aber auf dem Rechner auf der Dentaprime-Website kann jeder nachrechnen, wie die Preise bei Dentaprime im Vergleich zu Deutschland liegen. Toll fand Werner, dass ihm in Varna sofort einen verlässlichen Kostenvoranschlag gemacht wurde – und schäumt immer noch über seine Erfahrungen in Deutschland.

Jetzt freut er sich sichtlich über den neuen Biss und lächelt beseelt. Die Behandlung sei angenehm verlaufen, ohne lange Wartezeiten in einem überschaubaren Zeitrahmen. Auch Sonne und Meer habe er rundum genossen.

Werner hofft, dass er damit dauerhaft Ruhe mit seinen Zähnen hat. Doch auch wenn Probleme auftreten kann er nach der Gesamtsanierung seines Gebisses gegen eine monatliche Pauschale die lebenslange Garantie der Klinik nutzen, die nicht nur auf das Material, sondern auch auf die zahnärztliche und kieferchirurgische Leistung gegeben werden und auch nach Jahrzehnten im Fall von Komplikationen in der Dentaprime-Zahnklinik ohne Berechnung versorgt werden. Wer nur Teile seines Gebisses erneuert erhält fünf Jahre Garantie auf Implantate und Zahnersatz aus Vollkeramik und zwei Jahren bei Zahnersatz aus Metallkeramik. Allerdings muss man für die Wahrnehmung der Garantie wieder nach Varna reisen. In Deutschland läuft die Garantie generell nach zwei Jahren aus.

Summa summarum scheint Dentaprime also eine gute Wahl für Patienten zu sein, die zuvor aus Angst oder wegen der Kosten auf eine Zahnbehandlung verzichtet haben. Alexander Krings hatte berechnet, dass sich schon bei drei Implantaten die Reise nach Varna lohnt. Die Preise liegen deutlich niedriger als in Deutschland und werden nicht überschritten, die Gesetzliche Krankenkasse übernimmt nach Zusage die Festzuschüsse wie in Deutschland. Die Klinik bietet einen kundenorientierten, freundlichen und kostengünstigen Rundum-Service. Die medizinische Qualität, die verwendeten Geräte und Materialien entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Die Behandlungszeit liegt deutlich unter der in Deutschland. Damit ist der Zahntourismus nach Bulgarien eine hochwertige und gleichzeitig kostengünstige Alternative zur Behandlung zu Hause. © Nilgün Burgucu

* Namen der Patienten von der Redaktion geändert

(c) Magazin Frankfurt, 2019