Neuer Michelin Deutschland 2017 auf dem Markt

Michael Oettinger, Hotel Hirsch Fellbach

Konnte sich auch seinen ersten Stern erkochen: Michael Oettinger, (c) Jeunes Restaurateurs d'Europe,

Alljährlich im November steigt bei Deutschlands besten Köchen und vielen Feinschmeckern die Spannung, denn dann verteilt der Restaurantführer „Guide Michelin“ seine Sterne. Wer steigt auf, wer verliert einen Stern? Die Ergebnisse sind bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis, das erst bei einer Gala gelüftet wird. Die Trends der vergangenen Jahre bleiben. Die Spitzengastronomie wird ungezwungener und jünger, hieß es seitens „Michelin“. Auch an alten Rekorden wird nicht gerüttelt. Baden-Württemberg kommt auf die meisten Sternen aller Bundesländer - der Vorsprung auf Bayern ist riesig.

Die Branche boomt in Deutschland weiter. Noch nie bekamen die Spitzenrestaurants so viele "Michelin"-Sterne wie in diesem Jahr. 292 ausgezeichnete Häuser stehen im "Guide Michelin" 2017, zwei mehr als im Vorjahr. Dabei ist es mehr und mehr eine gekonnte Verbindung von Tradition und Moderne, lobt der Restaurantführer. Zehn Restaurants erhielten die Höchstwertung von drei Sternen - wie im Vorjahr - darunter etwa die beiden Baiersbronner Harald Wohlfahrt (Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach) und Claus-Peter Lumpp (Restaurant Bareiss). Auch Michael Oettinger aus dem Hotel Hirsch in Fellbach bei Stuttgart, den wir erst kürzlich bei einem Sherry-Pairing-Menü besuchten, konnte sich seinen ersten Stern erkochen.

Neu hinzu kamen 28 Restaurants, drei Restaurants erhielten einen zweiten Stern: das Berliner Rutz in Berlin, das Mannheimer Opus V und Geisels Werneckhof in München. Besonders zahlreich waren die Rheinländer beim Aufstieg mit drei neuen Sterne-Gourmettempeln in Düsseldorf und jeweils zwei in Köln und Bonn. Berlin, das zuletzt gastronomisch boomte, verlor trotz zweier Neuzugängen ein Sterne-Restaurant. Mit 74 ausgezeichneten Restaurants, angeführt von Baiersbronn mit zwei mit drei Sterne- und einem zwei Sterne-Restaurant, liegt Baden-Württemberg traditionell vorne, es folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen. Michael Ellis, der internationale Direktor des Guide Michelin, freut sich über Deutschlands attraktive und dynamische Gastronomie-Szene mit starken jungen Talenten, die energisch ihr Können unter Beweis stellen wollen.

(c) Magazin Frankfurt, 2018