Trollhunter Du wirst es glauben wenn Du es siehst

Troll Hunter

(c) Universal

Sie jagen Trolle, ohne an Trolle zu glauben – eine norwegische Studentengruppe will eine Dokumentation über mysteriöse Bärenwilderer drehen und dringen dabei tief in die Mythologie ihres Landes vor, als sie einem ganz besonderen Jäger über den Weg laufen. Der eigenartige Mann ist ein von der Regierung abgestellter Aufpasser, der die Grenze zum Troll-Reservat bewachen soll. Amüsiert lauschen die Studenten seinen Erzählungen darüber, wie man einen Troll jagt und zur Strecke bringt. Was für ein schlechter Scherz! Oder doch nicht? Plötzlich brechen gigantische Monster aus den norwegischen Wäldern und die Dokumentararbeiten werden zum Überlebenskampf...

Der norwegische Film spielt mit dem Dokumentarfilm. Angeblich gibt es 283 Stunden studentisches Filmmaterial, aus denen Regisseur André Øvredal seinen 90-minütigen Dokumentarfilm montiert hätte. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine sogenannte Mockumentary, eine äußerst gelungene Fake-Dokumentation. Das Team aus drei Filmstudenten (Glenn Erland Tosterud, Tomas Alf Larsen und Johanna Mørck), die im Zuge einer Seminaraufgabe einen Dokumentarfilm drehen sollen ist auf Meldungen von illegal abgeschossenen Bären gestoßen und gehen der Story mit der Kamera nach.

Schon bei den Bärenspuren zeigen sich Ungereimtheiten; von dem mysteriösen Hans (Otto Jespersen), den sie erst für den Wilderer halten, hören sie, dass die toten Bären eine Desinformationskampagne der norwegischen Regierung sind, die nicht publik machen möchte, dass unbewohnte Regionen im Norden des Landes von Trollen bevölkert sind. Hans ist als Trolljäger abgestellt. Schon bald haben die ungläubigen Studenten Sichtkontakt mit den Trollen, die keineswegs so klein und putzig wie in den skandinavischen Gutenachtgeschichten sind. Christen fressen sie mit Vorliebe und haben mit einem Alter von tausend Jahre eine gute Nase dafür. Øvredal, der auch das Drehbuch schrieb, bewegt sich im Film episodisch und beendet seine Geschichte irgendwie noch versöhnlich. Das angenehme an dem Film sind seine satirischen Elementen, wie die staatliche Vertuschung mit einer Spezialbehörde. Der Film ist auch eine Persiflage auf manche dokumentarischen Filmemacher, die ihr Schaffen als heroischen Akt betrachten. Ein bemerkenswerter Erstlingsfilm, der gegen festgefahrene Konventionen des Genres ankämpft und ein bekonntes Stück nordischer Mythologie in moderner Manier.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017