Das fehlende Grau

Das fehlende Grau

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Eine junge Frau (Sina Ebell) hat auf ihren Touren durch das Nachtleben der Stadt nur eines im Sinn. Sie sucht nach Männern, mit denen sie nach Hause oder ins Hotel gehen kann. Sie macht durch Widersprüche auf sich aufmerksam und ist scheinbar schwankend in ihrer Persönlichkeit, mal kommt sie laut und schrill daher, mal infantil und leise. Sie ist manipulativ und sucht gezielt nach den Schwachstellen ihrer kurzfristigen Partner (darunter Rupert J. Seidl und Albert Bork), nach ihren Wünschen und Sehnsüchten, nur um sich dann doch zurückzuziehen. Hinter der Fassade ist eine Frau versteckt, die sich nach etwas sehnt, das sie nicht finden kann, eine Frau, die zerbrochen und traumatisiert ist. Diese Frau bringt sich selbst mehr und mehr in Gefahr. Schließlich trifft sie ein kleines Mädchen, dessen Verhalten wie ein Spiegel wirkt. Ist das der Anstoß für Veränderung?

Sie ist einsam, sie ist unglücklich und bei ihrem Umgang mit anderen Menschen ziemlich extrem. Namenlos ist sie Protagonistin des Debüts von Nadine Heinze und Marc Dietschreit, die darin ein Psychogramm der jungen Frau entwerfen, die gezielt in unterschiedliche Rollen schlüpft, um Männer anzuziehen obwohl sie selbst zerrissen und tieftraurig ist. Sie genießt es die Blicke der Fremden auf sich und spielt mit deren Fantasien, ohne letztendlich den Männern zum Ziel ihrer Wünsche gelangen zu lassen. Stattdessen fordert sie diese fast bösartig heraus und treibt sie in die Enge. Das sie sich damit selbst in gefährliche Situationen lässt sie geschehen. Eine schwierig zu durchschauende Psychostudie, die für den Betrachter am Bildschirm recht reizvoll ist.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018