Als wir träumten

Als wir träumten

(c) Pandora Filmverleih (Alive AG)

Obwohl Clemens Meyer im Wendejahr 1989 erst zwölf Jahre alt war, trägt sein mehrfach ausgezeichneter Roman über eine Leipziger Jungenclique offensichtlich autobiografische Züge. Jetzt hat Andreas Dresen (Halbe Treppe) die Vorlage aufgegriffen und daraus eine Film gemacht. Der Erfolgsregisseur studierte zu dieser Zeit gerade an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam Regie. Das ostdeutsche Coming-of-Age-Drama erlebte seine Uraufführung im Wettbewerb der Berlinale 2015 und man kann Dresen und seinen Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase nur dazu gratulieren, wie es ihnen gelungen ist die jugendliche Euphorie und dem Stimmungswechsel in der Nachwendezeit einzufangen.

Im Leipzig der Nachwendezeit lebt die Clique um Rico (Julius Nitschkoff), Mark (Joel Basman) und Daniel (Merlin Rose) ziellos in den Tag hinein. In ihrem eigenen Viertel, dessen kulturelles Zentrum eine Brauerei ist, fühlen sie sich stark, cool und akzeptiert. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Fußballmannschaft um den Aufstieg spielen, prügeln sie sich, um auf der Straße respektiert zu werden, klauen oder treiben anderen kleinkriminellen Unfug. Nachts betrinken sie sich sinnlos, nehmen Drogen, gehen in den Swinger-Club und randalieren ohne Grund in der Nachbarschaft – auf der lokalen Polizeistation sind die Jungs wohlbekannte Stammgäste. Doch heimlich träumen die drei Chaoten davon, der Sinnlosigkeit ihres Daseins zu entfliehen und irgendwo anders ein richtiges Leben zu beginnen.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017