10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?

10 Milliarden

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Valentin Thurns Dokumentation räumte beim diesjährigen Darßer NaturfilmFestival gleich in zwei Kategorien ab. Neben dem Preis der Kinderjury wurde Kameramann Hajo Schomerus für herausragende Leistungen im Bereich Kamera geehrt. Die Begründung: "Die Jury war beeindruckt von der filmerischen Qualität dieser Betrachtung über die künftige Ernährung der Weltbevölkerung. Eine ruhige Kameraführung, extrem gute Bilder auch in Lowlight, perfekt quadrierte Totalen und eine stimmige Komposition fügen sich hier zu einem besonderen ästhetischen Erlebnis.“ Doch auch auf dem Peace and Love Film Festival in Örebro, Schweden und dem Life Sciences Film Festival in Prag konnte der Film überzeugen und erhielt dort beide Male den ersten Preis als Bester Dokumentarfilm.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an? Regisseur, Bestseller-Autor und Food-Fighter Valentin Thurn sucht weltweit nach Lösungen.

Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet er die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken. Mit seinem letzten Film „Taste the Waste“ löste er schon eine intensive gesellschaftliche Debatte aus, indem er zeigte, welche immensen Mengen an Lebensmitteln ungenützt auf den Müll wandern. In seinem neuen Film stellt er nun die derzeit drängendsten Fragen der Welternährung in den Mittelpunkt. Auf einer Reise rund um den Globus entdecken Thurn und sein Team innovative Rettungsmodelle und die unverwechselbaren Köpfe hinter den Ideen. Wenn Kusum Misra eine Bank mit uraltem indischen Saatgut betreibt oder Mary Clear die Verkehrsinseln in West Yorkshire in Gemüsebeete verwandelt, wird klar, dass es vielleicht die ganz individuellen Lösungsansätze sein werden, die uns in naher Zukunft ernähren.

Die Filmbewertungsstelle verlieh der inspirierenden Doku, die jetzt als DVD in den Handel kommt zusätzlich zum Prädikat „besonders wertvoll“ die Auszeichnung „Dokumentarfilm des Monats“.

(c) Magazin Frankfurt, 2017