Vivaldi, The Young Vivaldi, Modo Antiquo

Vivaldi, The Young Vivaldi

(c) Deutsche Harmonia Mundi

Eigentlich sind es nicht wirklich "Jugendwerke" Antonio Vivaldis, die man auf der neuen CD des Ensemble Modo Antiquo entdecken kann. Doch es handelt sich dabei um relativ unbekannte Musik des großem Komponisten in seinen frühen 20ern, die schon seine große Meisterschaft zeigt, schön anzuhören ist und damit wohl nicht nur Vivaldi-Experten überzeugt. Von einemder Stücke auf der CD von Federico Maria Sardelli und seinem Ensemble nimmt die Fortschung heute an, dass es sich dabei um Vivaldis ältestes bekanntes Werk handelt, das in den Jahren zwischen 1700 und 1703 entstanden ist als Vivaldi zwischen 22 und 25 Jahre alt war. Frühere Werke des Meisters sind nicht überliefert.

Hier hatte Vivaldi seinen eigenen musikalischen Stil noch nicht so perfektioniert, sondern war noch auf dem Weg zu einem unverkennbar eigenen Stil. Mit detektivische Gespür hat die Forschung versucht, diese frühen Werke Vivaldis zu identifizieren.

Auf der CD befinden sich drei Ersteinspielungen, die eine schöne Bereicherung des Vivaldi-Repertoires darstellen.

Sardelli gilt als einer der führenden Vivaldi-Experten. Eine der Sonaten für Violine, Cello und Basso continuo in G-Dur lag ihm in einer Abschrift des jungen deutschen Geigers Pisendel vor und fand auch Hinweise auf andere früher eher Corelli zugschriebene Werke des Venezianers. Für die frühe Enstehung einer Sonate für Violine, Cello und Basso continuo RV 820 spricht zum Beispiel, dass einige Sätze nur für oder Cello geschreiben wurden und die Sonate aus 7 Sätzen. Doch auch die anderen Stücke auf dem Album sind vergleichsweise unbekannt. Wie stark sich Vivaldi später als erfolgreicher Komponist früherer Arbeiten in Variation annahm sieht man in dem Konzert für zwei Violinen, das leicht abgeändert auch in der Sammlung der Vier Jahreszeiten erschienen ist. Insgesamt handelt es sich dabei aber um eine gelungene Zusammenstellung.

(c) Magazin Frankfurt, 2017