Strauss, Cello Sonaten, Gromes/Riem

Schon mit ihrem letzten Album "Offenbach" stürmte die gelobte Münchner Cellistin Raphaela Gromes den dritten Platz der deutschen Klassik-Charts und kam auch auf die Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik. Ihr neues Album ist eine wahre Sensation. denn darauf befindet sich die Ersteinspielung einer bisher unveröffentlichten Cellosonate von Richard Strauss. Bisher galt die populäre Sonate für Violoncello und Klavier op. 6 aus dem Jahr 1883 als einzige Cellosonate von Richard Strauss. Doch schon zuvor, nämlich im zarten Alter von 16 Jahren schrieb der Komponist die jetzt erstmal eingespielte Sonate F-Dur für Clavier und Violoncello, die ursprünglich für einen Kompositionswettbewerb gedacht war. Wem die Musik bekannt vorkommt, sei gesagt, dass Strauss Teile dieser Sonate im ersten Satz seiner zwei Jahre später publizierte Sonate F-Dur op. 6 verwendete.

Raphaela Gromes spielte mit ihrem Klavierpartner Julian Riem jetzt erstmals die eigenständige Urfassung des jungen Geniestreichs ein und stellt diese der bekannten Cellosonate op. 6 gegenüber.

Interessant wird das Album auch durch die Ersteinspielung von Strauss-Liedern, die die Pianist Julian Riem für Cello und Klavier arrangierte, darunter so bekannte Stücke wie "Zueignung", "Die Nacht", "Morgen!" und "Cäcilie". Als Bonustrack ist auf dem Album eine weitere Bearbeitung von Riem zu hören: eine sechsminütige Walzerfolge aus dem berühmten "Rosenkavalier".

Auch seine Sonate für Violoncello und Klavier F-Dur op. 6 band Strauss in sein Münchner Umfeld ein. Er war als Sohn des ersten Waldhornisten der Münchner Hofkapelle mit Musik vertraut. Widmungsträger der Sonate war Hanuš Wihan, Solocellist der Münchner Hofkapelle und vertrauter Kollege seines Vaters. Viel in seinem Frühwerk gehört zu der Hausmusik, die seine Eltern pflegten mit viel Kammermusik und seine Kompositionen für Instrumente die Freunde und Familie spielte.

Richard Strauss, Cellosonaten, Raphaela Gromes und Julian Riem, Sony Classical, CD, 71 Minuten, ASIN B081WR7TX3, ab 7. Februar 2020, 16,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2020