Mahler, Sinfonie Nr. 5, BR-SO, Jansons

Mahler, 5. Sinfonie, Jansons

(c) BR Klassik

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Mit seiner 5. Sinfonie begab sich Gustav Mahler auf einen neuen Weg. Darüber waren sich eigentlich alle Mahler-Experten von Anfang an einig. Diese Einstimmigkeit ist im Prinzip unter Musikexperten eher ungewöhnlich, aber schon Mahlers Zeitgenossen, wie sein junger Mitstreiter und Freund, der damals mit ihm In Hamburg als Korrepetitor und Chorleiter tätige spätere große Dirigent Bruno Walter oder der junge aber ungemein einflussreiche Musikkritiker Paul Bekker die Fünfte als den Beginn einer neuen Schaffensphase beschrieben, kann man daran kaum zweifeln. Übrigens sah es auch Mahler selbst so.

Bis in unsere Tage gilt die Fünfte als eine der beliebtesten Symphonien Mahlers. Einen gewissen Anteil an ihrer Popularität hat sicherlich auch Luchino Viscontis Verfilmung von Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig, deren Filmmusik das weltflüchtige Adagietto auf eindrucksvolle Weise verwendet. Der Satz erfreute sich von Beginn an ungeteilter Zustimmung und avancierte inzwischen zu Mahlers größtem "Hit". Er gilt als Mahlers Liebeserklärung an Alma, wie der Dirigent und enge Freund der Familie Willem Mengelberg glaubwürdig überlieferte. Mit der raueren Klangwelt der fünften Symphonie beginnt aber in der Tat eine neue Schaffensphase Mahlers, die in der Sechsten weiterentwickelt wird. Gerade die Ausreizung des tonalen Raums weist sogar deutlich auf die Neunte voraus, in der Mahler sich anschickt, die Tonalität aufzugeben und ins Transzendente der Musik überzutreten." Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie" hatte Mahler selbst befürchtet.

Mariss Jansons kennt das Werk in- und auswendig. Pedantisch hat Jansons die Technik mit dem Orchester erarbeitet. Kurze Passagen werden angespielt, schnell abgebrochen und Stimmgruppen zerteilt. Jansons will, dass die Musiker die Phrasenverläufe verstehen und akzentuiert die Rhythmen. Er steht damit nicht allein, denn schon Mahler plagte sich noch bis kurz vor seinem Tod damit herum und nahm Änderungen an der Partitur vor, verwarf die Instrumentierung mehr als einmal und experimentiert wie besessen mit neuen Klängen.

Das Konzert vom März 2016 war ein Münchener Konzertereignis des Symphonieorchesters des BR unter Leitung seines Chefdirigenten und erscheint jetzt bei BR-Klassik als Album – die herausragende Interpretation einer der wesentlichsten Kompositionen des internationalen symphonischen Repertoires des frühen 20. Jahrhunderts. Sie beginnt mit einem militärisch anmutenden Trompeten-Solo dem das Orchester mit voller Wucht folgt. Der berühmte vierte Satz ist eine Art Liebeserklärung. "Erinnern Sie sich an Ihre erste Liebe. Das wird helfen“ erklärt er es seinen Musikern.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017