Kapustin/Schnittke, Cello Concertos

Endlich ist es da, das Solo-Debüt des langjährigen Artemis-Quartett-Cellisten Eckart Runge. 30 Jahre lang
spielte er das Cello in dem von ihm mitgegründeten Artemis Quartetts, spielte damit zahlreiche Alben ein, aber hatte bisher noch nicht als Solist debütiert. Runge spielt darauf die jazzig-klassisch-moderne Musik des unlängst verstorbenen ukrainischen Komponisten Nikolai Kapustin, der sich in den letzten Jahren zu einem Geheimtipp auf klassischen Konzertbühnen entwickelt hat. Während eines Besuchs bei Kapustin in Moskau vertraute der Komponist vor zehn Jahren dem Cellisten Runge die Noten seines ersten Cellokonzerts an, das im Gegensatz zum zweiten bisher weder aufgeführt noch eingespielt war. Dieses vor Energie sprühende Werk vereint in nie dagewesener Weise eine farbenreiche Sinfonik mit dem groovigen Sound der Bigband-Tradition, und die Virtuosität eines Charlie Parker mit der kammermusikalische Intimität eines Miles Davis zu einer neuen, fulminanten Musiksprache.

Mit seiner faszinierenden polystilistischen Klangwelt ist Alfred Schnittke auch zwei Jahrzehnte nach seinem Tod noch immer einer der im Repertoire verankerten Komponisten des letzten Jahrhunderts. Wie bei Kapustin ist auch bei ihm das Cello in seinem Oevre durchaus hervorgehoben präsent. Das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 entstand als Auftragswerk der Stadt München zur Eröffnung des Kulturzentrums am Gasteig in den Jahren vor 35 Jahren. Begleitet wird Runge vom RSO Berlin unter der Leitung von Frank Strobel, der sich einen Namen als Spezialist für Raritäten von Komponisten wie Prokofiev, Schreker und Wagner gemacht hat und ein Experte für frühe Stummfilm-Soundtracks ist. Ein enger Kontakt verbindet ihn mit Alfred Schnittke, dessen autorisierter Bearbeiter und Herausgeber seiner Werken er ist.

Nikolai Kapustin/Alfred Schnittke, Transitions - Cello Concertos, Capriccio/Naxos , CD, 70 Minuten, ASIN B089CRZFDL, 12,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2020