Beethoven/Britten/Haydn, FolksLied, Gerhaher

Beethoven/Britten/Haydn, FolksLied, Gerhaher

(c) BR Klassik/Naxos

Das Frankfurter Publikum kennt den Bariton Christian Gerhaher von diversen Liederabenden. Bernd Loebe holte ihn schon früh auf die Opernbühne - erst als grandioser Orfeo im Bockenheimer Depot, dann als Wolfram im gefeierte Tannhäuser. Beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war der Sänger, der sein Musikstudium neben seinem Medizinstudium absolvierte 2012/13 "Artist in Residence" und trat mit Solopartien in Schumanns Faust­Szenen und Brittens War Requiem auf. Mit dieser Veröffentlichung eines Kammerkonzert­Mitschnitts aus seiner Residenzzeit ist Christian Gerhaher nun auch als begnadeter Liedinterpret bei BR­KLASSIK vertreten. Und in was für einer Traumbesetzung! Gerhaher wird hierbei unterstützt von seinem langjährigen Duopartner Gerold Huber, mit dem er schon mehrfach den Echo Klassik-Preis für die beste Liedeinspielung geholt hat, aber auch von Sebastian Klinger am Cello und Anton Barachovsky an die Violine. Sehr gelungen.

Die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Volks­ und Kunstlied bildet eine inhaltliche Klammer des von Christian Gerhaher fein abgestimmten Programms, das er selbst mehrdeutig mit FolksLied betitelt. Es beinhaltet selten zu hörende Folksong-Arrangements von Benjamin Britten, die für Klaviertrio und Stimme gesetzten Volksliedbearbeitungen von Beethoven und Haydn sowie als rein instrumentalen, aber mit seinen Anklängen an jüdische Volksweisen ebenfalls thematisch passenden Kontrapunkt das e-Moll-Klaviertrio von Dmitrij Schostakowitsch. Mit der Entscheidung, die 1927 herausgegebenen deutschen Texte der Haydn-Lieder, unter anderem von Hermann Löns zu verwenden, verbindet sich eine Hommage Gerhahers an Fritz Wunderlich, dessen Ersteinspielung der deutsch textierten Versionen ihm besonders am Herzen liegt. Während er Brittens und Haydn bereits mehrfach eingespielt hat, ist dies die erste Aufnahme von Beethoven-Kompositionen. Das Programm bietet viele Überraschungen.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017