Sprenger, Das anständige Unternehmen

Reinhard Sprenger, der 62-jährige promovierte Philosoph aus Essen, hat auch Psychologie, Betriebswirtschaft, Geschichte und Sport studiert und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zürich und Santa Fe. Er gilt im deutschsprachigen Raum als einer der wichtigsten Vordenker zu Themen rund um Management und Führung und schrieb schon viele Bestseller. Durch die Unabhängigkeit seiner Gedanken provoziert er die Leser und irritiert durch die Direktheit, in der er sie formuliert. Sprenger stößt Leute vor den Kopf - damit der noch besser arbeitet.

Menschen erleben Wirtschaft vor allem am Arbeitsplatz. Wie sie täglich in ihren Unternehmen behandelt werden, wie Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter mit ihnen umgehen, das nehmen sie mit nach draußen und hinein in ihre Familien, in den Freundeskreis. Kurzum: Was uns am Arbeitsplatz widerfährt, hat direkte gesellschaftliche Auswirkungen – und diese können gewaltig sein.

Doch gerade in Unternehmen mangelt es oft am Anstand, wie Sprenger in seinem neuen Buch zeigt. Anstand, verstanden als Zurückhaltung und Distanz. Stattdessen erleben wir ein Übermaß an Zudringlichkeit, etwa in Form von Befragungen, falsch verstandener Fürsorglichkeit, Einforderung von Identifikation. Frei- und Spielräume gehen verloren, Grenzen werden überschritten, Unterschiede nivelliert. Die eigentlichen Unternehmensziele geraten dabei oft aus dem Blick, erfolgreiches Arbeiten bleibt auf der Strecke. Was also muss ein Unternehmen tun, um anständig zu sein? Und was muss Führung in einem anständigen Unternehmen leisten? Auf ebenso erhellende wie provozierende Weise verrät der Autor, was richtige Führung ausmacht. Wir müssen vieles im Management wieder bleiben lassen, um zu neuen Prinzipien von Anstand in unserer Arbeitswelt und damit in unserer Gesellschaft zu kommen.

(c) Magazin Frankfurt, 2017