Galbraith, Wachstum neu denken

Galbraith, Wachstum neu denken

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Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 streiten zwei ökonomische Denkschulen, zuletzt im Fall Griechenlands, über die »richtige« Lösung: sparen oder investieren? Beide Ansätze, so James K. Galbraith, seien falsch, denn beide basieren auf der Annahme einer Normalität aus Wachstum und Vollbeschäftigung, in welcher Krisen nur eine temporäre Ausnahme darstellen. In seinem aktuellen Buch setzt der renommierte US-amerikanische Wirtschaftsprofessor die jüngste Finanz- und Schuldenkrise in einen größeren zeitlichen Rahmen vom Nachkriegsboom über die Dotcom-Blase bis hin zum Immobiliencrash und zeigt, dass der Wachstumsglaube de facto ein historischer Irrtum ist.

Schon längst sind die Ausnahmen die eigentliche Regel. Es ist endgültig an der Zeit, umzudenken, denn eine Rückkehr zur Normalität wird es nicht geben. Wechselhafte und instabile Energiepreise, eine zunehmend unsichere globale Sicherheitslage, der technologische Wandel im Zuge der Digitalisierung und vor allem die Betriebsstörung im internationalen Finanzsystem sorgen für dauerhaft turbulente Verhältnisse.

Der 1952 geborene James K. Galbraith wurde mit Wirtschaftswissen schon von Kindheitsbeinen konfrontiert, denn sein Vater John Kenneth Galbraith war Wirtschaftsprofessor an der University of Texas in Austin und einer der einflussreichsten Ökonomen des vergangenen Jahrhunderts, der sich als Keynesianer und Linksliberaler zeitlebens für eine Stärkung der staatlichen Institutionen und für eine Förderung der Nachfrage einsetzte. Sein Sohn gehört heute zu den schärfsten Kritikern der amerikanischen Wirtschaftspolitik, schreibt für The Nation und The Progressive und ist Autor von mehreren Büchern über Finanzwirtschaft und ökonomische Ungleichheit. Schon seine Buch "Der geplünderte Staat oder Was gegen den freien Markt spricht" erregte international Aufsehen.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017