Buchter, BlackRock - Eine heimliche Weltmacht ...

Zwar hat sich das Finanzsystem in den vergangenen Jahren dramatisch verändert, doch ungeachtet dessen sind die meisten von uns so etwas wie finanzielle Analphabeten geblieben. Dagegen hätte man etwas unternehmen und sich informieren müssen. Insofern kann man sich nicht ganz von der Schuld freisprechen, dass globale Finanzkonzerne wie BlackRock in den Jahren zu heimlichen Weltherrschern heranwachsen sind. Heike Buchter, die seit 2001 von der Wall Street berichtet und heute als Wirtschaftskorrespondentin für Die ZEIT in New York arbeitet, war die erste, die ihrer Redaktion 2008 die Finanzkrise vorhersagte. Und sie ist die erste, die BlackRock konsequent ins Licht der Öffentlichkeit rückt.Denn BlackRock ist mächtig wie kein anderes Unternehmen, doch viel zu vielen unbekannt. Noch nie zuvor hat es ein Imperium wie BlackRock gegeben. Mehr als vier Billionen Dollar verwaltet dieser amerikanische Vermögensverwalter.

Keine Bank, kein Fonds hat annähernd so viel Einfluss. BlackRock investiert, analysiert und berät Großinvestoren, Finanzministerien, Notenbanken. Längst hält die "Schattenbank", die unterhalb des Radars nationaler und internationaler Bankenaufsichtsbehörden agiert, relevante Anteile der wichtigsten Dax-Unternehmen wie Allianz, BASF, Adidas oder der Deutschen Bank. Larry Fink, der Gründer und Chef von BlackRock, hat vor einiger Zeit durch diesen Einfluss seinen pesönlichen Freund Anshu Jain, der die Bank durch fragwürdige Aktivitäten bei der Subprime-Krise und im Libor-Skandal an den Rand des Abgrunds dirigierte und deshalb vorzeitig seinen Posten räumen musste, als Ko-Chef der Deutschen Bank durchgesetzt. Meist spinnt er seine unsichtbaren Fäden in der globalen Wirtschaft, aber auch hier, direkt vor unserer Haustür. Eine falsche Bewegung, und die Finanzwelt könnte ins Wanken geraten. Es ist höchste Zeit, BlackRock ins Visier zu nehmen.

(c) Magazin Frankfurt, 2017