Otterpohl, Das Neue Dorf

Otterpohl, Das Neue Dorf

(c) Oekom Verlag

Landleben ist gar nicht so einfach. Vor ein paar Jahren brachte die Kollegin Barbara Schaefer zusammen mit ihrer Mitautorin Katja Trippel das Buch "Stadtlust" heraus. "Wer rauszieht, ist raus", schrieben sie darin frustriert und stellten sich damit vehement gegen Hochglanzpostillen wie "Landlust" und "Landidee", die damals Auflagenrekorde einfuhren und das Landleben genauso realitätsfern betrachten, wie Priester den Sex. Schaefer und Trippel konterten, dass auch Menschen auf dem Land Stress und Angst vor der Zukunft hätten, ohne allerdings die städtische Ablenkung durch Theater, Kinos, Bars etc.

In der Tat. Landleben – für den einen wirkt es provinziell, für den anderen dient es als kitschig-romantische Utopie. Schade eigentlich, denn Dörfer könnten gut als reelle Blaupause für das vielbeschworene "gute Leben" dienen.

Der Siedlungswissenschaftler Ralf Otterpohl, Leiter des Hamburger Instituts für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz ist ein Pionier der "Terra Preta Sanitation" und entwirft in seinem neuen bei Oekom herausgekommenen Konzept über das "Neue Dorf", wie neu gegründete Dörfer uns eine selbstbestimmte Existenz ermöglichen können, wie Bio-Gärtnereien und Minifarmen nahegelegene Städte versorgen können, wie Permakultur gesunde Ernährung und gesundes Klima gewährleistet und wie Kinder in und mit der Natur aufwachsen können. Otterpohls kreative Synthese der Vorteile von Stadt und Land steht in der Tradition von Transition Town und Ökodorf, weist aber über diese hinaus und zeigt deutlich, dass es Alternativen zum anonymen Leben in Großstädten und lohnabhängiger Arbeit gibt. Otterpohl stellt darin nicht nur verschiedenste Siedlungs- und Bewirtschaftungsprojekte in Deutschland und der Welt vor, sondern bietet dem Leser auch zahlreiche praktische Tipps zum Selbermachen, von der Standortsuche über Finanzierung, Planung und Infrastruktur bis hin zu Produktionsformen für die konkrete Umsetzung der "Dorfidee".

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