Decker, Die Geschichte des Menschen

Decker, Die Geschichte des Menschen

(c) Berlin Verlah

An und für sich nichts Ungewöhnliches, wenn die Menschheitsgeschichte vor dem Leser ausgebreitet wird, doch hier hat man einen anderen Betrachter eingeführt: eine Ratte, die sich für den Leser auf eine originelle Reise durch die Menschheitsgeschichte begibt.

Das ist nicht unvernünftig, denn normalerweise hält niemand uns Menschen den Spiegel so schonungslos offen vor. Vielleicht kann die Ratte, das niedrigste, verächtlichste Tier, diese Vakanz übernehmen. Traditionell zur Fauna der Hölle gezählt, hat sie den nötigen fremden Blick und teilt mit uns eine jahrtausendealte gemeinsame Vergangenheit. Auch ist längst nicht ausgemacht, ob der Mensch oder die Ratte das erfolgreichste Säugetier der Erde ist. Beide sind Kosmopoliten, Opportunisten und Allesfresser.

Eine erhellende Expedition durch die Geschichte des Homo sapiens – erzählt aus einer etwas ungewohnten Perspektive, inspirierend und unterhaltsam zugleich. Von der Ratte lernen!

Die 59-jährige Leipzigerin Kerstin Decker hat in Philosophie in Leipzig promoviert und arbeitet als Autorin für den »Tagesspiegel«. Zahlreiche ihrer Buchveröffentlichungen widmeten sich interessanten Frauen und Männern, wie Lou Andreas-Salomé, Nietzsche, Wagner, Frieda von Bülow oder Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche. Kerstin Decker lebt in Berlin.

Ihre tierische Menschheitsbetrachtung ist ihr ebenso amüsant und klug gelungen. Manchmal ist die Experdition durch die Geschichte des Homo sapiens schmerzlich, aber immer originell von der ungewohnten Perspektive und - wie die Ratte - manchmal auch ziemlich bissig. Ein Potpourri von Irrungen und Wirrungen und mancher eitlen Anmaßung der Menschen. Man ist geneigt, die sogenannte ›Krone der Schöpfung‹ nach der Lektüre eher mit den Augen Gottfried Benns zu sehen.

Kerstin Decker, Die Geschichte des Menschen. Von einer Ratte erzählt, Berlin Verlag, Hardcover, 432 Seiten, ISBN 978-3827014146, 24 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2021