Kubitza, Der Glaubenswahn

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"Wahn! Wahn! Überall Wahn!" singt Hans Sachs in seiner berühmten Arie in den Meistersingern von Nürnberg. Der Satz könnte auch für die Bücher Heinz-Werner Kubitzas gelten, die sich allesamt mit religiösen Wahnthemen auseinandersetzen und dies auch im Titel tragen. Der 55-jährige Theologe promovierte 1991 mit einem kirchengeschichtlichen Thema und kennt die christliche Religion aus persönlichem Glauben wie auch der wissenschaftlichen Hinterfragung desselben. Jetzt erschien im von Kubitza 1992 gegründeten und geleiteten Tectum Wissenschaftsverlag sein Buch über den Glaubenwahn, in dem er zeigt, dass religiöser Wahn keine Erfindung des IS und auch nicht der mittelalterlichen Kreuzzügler war, sondern seine Wurzeln schon im Alten Testament liegen. Er zeigt, dass der Gott des Alten Testaments ein Problem darstellt. Denn der biblische Jahwe ist nicht der friedliebend barmherzige Vater mit dem Rauschebart, als den ihn die Kirchen gerne verkünden.

Stattdessen tritt er – für Gläubige irritierend – immer wieder als Kriegsgott auf, als gnadenloser Rachegott und übler Ausländerfeind, ja sogar als Massenmörder oder sexueller Gewalttäter. Ein Gott mit fast schon faschistoiden Zügen. Bei seinen Expeditionen in die Untiefen des Alten Testaments und die moderne Forschungslage liefert Heinz-Werner Kubitza Antworten auf die Frage, wer diesen Gott so grausam gemacht hat. Und erklärt plausibel, dass die von den Kirchen wie Helden verehrten Propheten als die ersten historisch greifbaren Vertreter eines religiösen Extremismus gelten müssen. Dabei zeigt der Autor: Kirchen und Gläubige blenden mit den dunklen Seiten ihres Gottes im Alten Testament auch die Anfänge des religiösen Extremismus aus.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017