Alsabagh, Hoffnung in der Hölle

Alsabagh, Hoffnung in der Hölle

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Für viele Deutsche gilt das Stück für Stück zerstörte Aleppo als Sinnbild schlechthin für den Syrienkrieg. Die Mehrheit der Einwohner ist tot oder vertrieben, die Stadt ein einziger Trümmerhaufen. Einst haben hier 400.000 Christen gelebt. Geblieben sind kaum welche. Doch manche sind auch gekommen, wie Pater Ibrahim, der sich von seinen Ordensoberen von Rom nach Aleppo versetzen ließ, um seinen Glaubensbrüdern, aber auch Muslimen und allen anderen, in den Schrecken beizustehen. Der Syrer aus Damaskus ist Franziskaner und ging für seine theologischen Studien nach Rom, bevor er sich 2014 entschloss, in seine Heimat zurückzukehren, wo er als Priester der Pfarrei San Franziskus einer der letzten christlichen Seelsorger in diesem Kriegsgebiet ist.

In Briefen, Interviews und Begegnungen gibt es ein Zeugnis seines Alltags in Aleppo von Januar 2015 bis Januar 2017. Die Aufzeichnungen berichten vom Überleben und mehr noch von der Hoffnung. Pater Ibrahims unvermittelter Blick in Krieg und Leiden erschüttern den Leser bis ins Mark.

Der erste Text stammt aus dem Januar 2015, wenige Wochen nach seiner Ankunft in der Stadt und beschreibt fast ungläubig die erschreckende Realität, mit der er konfrontiert wird. Er erzählt aber auch von den Versuchen, eine Antwort zu finden, auf das Böse zu reagieren. Im letzten Newsletter vom Januar 2017 ist von Wiederaufbau und Zukunft die Rede, wenngleich auch nur in einem Kontext, der nach wie vor kritisch ist. Sein Buch ist ein Plädoyer für Frieden und gegen den Hass. Hass, gegen den Pater Ibrahim ankämpft, mit seinem Einsatz für Versöhnung und seinem festen Glauben.
"Das Leben in Aleppo ist absurd. Hier zu bleiben, ist nach Menschlichem Ermessen Wahnsinn. Wir Ordensbrüder aber tun es, wir wollen den Menschen helfen. Jetzt ist die Zeit, um präsent zu sein, sich zum Nächsten zu machen, sich der Armen und aller anzunehmen, die leiden: Wir sind mit ihnen arm, leiden mit ihnen und beten zum fürsorglichen, barmherzigen Vater" schreibt er.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017