Abdel-Samad, Der Koran

Abdel-Saman, Der Koran

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"Nicht der Koran ist das Problem, sondern seine Auslegeung" sagt der Islamkritiker Abdel-Samad. Die Bürgerkriege innerhalb der islamischen Welt und die Konfrontation mit dem Westen sind die Grundkonflikte unserer Zeit. Im Koran selbst liegen die Wurzeln dieser Auseinandersetzungen, denn einerseits birgt er eine Botschaft der Toleranz und des Mitgefühls, andererseits ist er ein religiöser Text, der Brutalität und Mord legitimiert. Dieser Widerspruch rührt von der Person und dem Leben Mohameds her, dem anfangs friedlichen Prediger und späteren Warlord. Hamed Abdel-Samad stellt zentrale Suren vor, leitet sie ein und kommentiert sie mit Blick auf Entstehungsumstände und Rezeption. "Sollte in der momentanen Situation das Schicksal der Welt in muslimischer Hand liegen, dann würden wir eine islamische Schlachtung von ungeahnter Dimension veranstalten", befürchtete er vor ein paar Jahren in einem Interview der Kollegen der taz. Schaut man auf die Krieger des IS, hat er damit durchaus Recht gehebt. Er zeigt, warum sich friedliebende Muslime ebenso auf den Wortlaut des Korans stützen, wie dies gewalttätige Islamisten tun, und welche Konflikte daraus erwachsen.

Der 44-jährige Ägypter Hamed Abdel-Samad kam im Alter von 23 Jahren nach Deutschland und heiratete dort eine fast doppelt so alte Lehererin. Nicht aus Liebe, wie er sagt, sondern um Deutscher zu werden. Nach Englisch- und Französischstudium in Kairo, studierte er in Augsburg Politik und später Japanisch in Japan. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Zum Islam ist Abdel-Samad der Ansicht, dass er als Religion unreformierbar sei, jedoch Muslime ihre Werte reformieren könnten. Dennoch unterstützt er die reformatorisch-humanistischen Ansätze des österreichischen Theologen Mouhanad Khorchide. In seinem im vergangenen Herbst erschienenen Werk "Mohamed – Eine Abrechnung" präsentiert er Mohammed als gekränkten Außenseiter, krankhaften Tyrann, Paranoiker und Massenmörder. Die Krankheit der islamischen Welt können nur durch eine Loslösung von Mohameds Selbstüberschätzung, Paranoia und Kritikunfähigkeit geheilt werden. Auch Mohameds verzerrte Bild Gottes müsse infrage gestellt werden. Bei so viel offenbar fachkundiger Kritik am Islam und seinen Begründer wurde das Buch in Deutschland schnell zum Bestseller.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017