Hantel-Quitmann, Die Othello-Falle

Hantel-Quitmann, Die Othello-Falle

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"Hast Du zur Nacht gebetet, Desdemona?" Mit diesen Worten tritt Othello in Shakespeares gleichnamiger Tragödie ins Schlafgemach seiner Gemahlin Desdemona. Eigentlich interessiert ihn die Antwort gar nicht, denn er ist nur noch von dem einen Gedanken erfüllt: sein vermeintlich untreues Weib zu töten und so seine gekränkte Ehre wieder herzustellen. Bis heute ist Othello Inbegriff eines eifersüchtigen Helden, ist aufgrund seiner falschen Denkweise von der Untreue seiner Geliebten überzeugt ist und sie umbringt. Das Verlangen nach Rechenschaft ist auch im übertragenen Sinne, wenn dieses Zitat verwendet wird, mit einer mehr als unterschwelligen Drohung verbunden, der gleich Bestrafung folgen wird. Dem aufmerksamen Betrachter des Shakespeare-Dramas ist zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass Othello fehlgeleitet und zu seiner finalen Bluttat, die nicht nur seiner Frau das Leben kostet, verleitet wurde. Für die Realität ist er blind. Sein falsches Selbstbild ist es, was zu seinem falschen Denken und Handeln führt.

Aber warum denken und handeln wir so oft falsch wie Othello? Warum lässt sich unsere Wahrnehmung so leicht irritieren? Wolfgang Hantel-Quitmann war Professor für Klinische und Familienpsychologie in Hamburg und arbeitet mehr als ein Vierteljahrhundert als Paar- und Familientherapeut. In seinem neuen Buch zeigt er, wie die psychologischen Othello-Fallen funktionieren und verrät, wie wir falsche Schlussfolgerungen für unser Handeln vermeiden können. Der Autor zeigt, wie wir alle immer wieder in die Othello-Falle treten: Wir unterliegen Irrtümern, begehen Fehler, fallen auf Täuschungen herein, weil wir Opfer unserer eigenen trügerischen Annahmen werden. Wie die manchmal fatalen Denkweisen über uns selbst entstehen und welche Auswirkungen das für unsere Beziehungen, die Partnerschaft und Familie hat, das erläutert das Buch. Und vor allem, wie wir unsere Denkfehler erkennen und welche Wege es aus den Fallen heraus gibt. Für uns alle heißt das: Wir sollten unserem eigenen Denken, unseren Beobachtungen und Schlussfolgerungen eher kritisch begegnen. Sie könnten nämlich falsch sein.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017