Fiedler, Der Nomade im Speck

Fiedler, Der Nomade im Speck

(c) MainBook

Vor zwei Jahren brachte Verleger Gerd Fischer in seinem mainbook-Verlag den eigenen Krimi "Abgerippt" heraus, in dem Kommissar Andreas Rauscher einen Fall von Mietwucher, Zwangsräumung, Luxussanierung und Gentrifizierung ermittelt. Alles Punkte, die im boomenden Frankfurt, wo die Mietpreise explodieren, an der Tagesordnung sind. In dem Buch von Thorsten Fiedler geht es um die andere Seite der Medaille. Ein Haus – sechs Wohnungen – aber keine Mieteinnahmen! Das passiert, wenn Nomaden nicht weiterziehen, sondern für immer bleiben, wenn statt Lionel Messi, Messies im Haus wohnen und nach und nach das Haus voll, aber das Konto leer ist. Denn lebt der Mietnomade im Speck und schwört ewige Treue, haben alle Freunde Mitleid, während du pures Mietleid empfindest. Fiedler sagt, dass alle Geschichten in diesem Band leider wahr sind und die handelnden Personen wirklich existieren.

Sie denken: Das kann nur erfunden sein? Sie irren! Es kann auch Sie treffen, wenn Sie eine Immobile vermieten.

Der 54-jährige Thorsten Fiedler absolvierte zuerst eine Ausbildung zum Bankkaufmann, bevor er Psychologie und Werbung studierte. Die im Buch geschilderten Geschichten musste er selbst am eigenen Leibe erfahren. Zum Glück hat er nicht alle seine Mieter selbst ausgesucht, sondern sie mit der "Kapitalanlage" quasi miterworben, sonst müsste man sich natürlich fragen, ob er während des Psychologiestudiums nicht auch etwas Menschenkenntnis hat aufschnappen können. Sei's drum. Vermieten ist halt nicht sein Hauptjob, Fiedler ist Vorstandschef eines mittelständischen Unternehmens im Automobilbereich. Wir hoffen nur, dass er da ein glücklicheres Händchen hat.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018