Hickmann/Knobbe, Lockdown

Wäre der Anlass nicht so traurig, hätte ich über den Untertitel des Buchs fast lächeln können: "Wie Deutschland in der Coronakrise knapp der Katastrophe entkam". Das Problem des sonst gut recherchierten Buchs ist die weiterhin tödliche Präsenz des Virus, das Deutschland inzwischen wieder fest im Griff hat und einen erneuten Lockdown verursacht, der nicht nur Deutschland vielleicht dann doch die Katastrophe führt. Insofern muss heute leider die Frage lauten: Sind wir noch einmal davongekommen?

Das Buch liefert eine Bilanz der deutschen Krisenpolitik. Corona hat die ganze Welt in den Lockdown gezwungen. In den ersten Monaten ist Deutschland vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, konnte sogar Notfallpatienten aus Frankreich und Italien aufnehmen. Aber wir können uns heute fragen, wieviel davon tatsächlich politische Geschicklichkeit war, wie es uns die Politiker gerne glauben lassen und wieviel war pures Glück? Wie nachhaltig waren und sind die Entscheidungen zur Krisenbekämpfung? Haben die Entscheider in der Phase der Ruhe versucht mit der Krise umzugehen, oder hat man die Zeit ungenutzt vertreichen lassen. Welche langfristigen Folgen wird die Pandemie für unser Land haben?

Für das Buch hat ein Team von Redakteurinnen und Redakteuren des SPIEGEL von jenen dramatischen Momenten berichtet, die in den letzten Monaten über Leben und Tod, Wohlstand und Existenznot entschieden haben. In einer packendenden Chronologie blicken sie auf Spitzenpolitiker und lokale Entscheider, beleuchten die Rolle bekannter Virologen und unbekannter Ratgeber und fragen, wie gut unser Land für das gerüstet ist, was uns jetzt bevorsteht. Denn die wahren Folgen der Pandemie sind immer noch nicht absehbar.

Der 40-jährige Christoph Hickmann hat Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund und Bochum studiert und startete 2005 als Volontär bei der »Süddeutschen Zeitung«, für die er später als politischer Korrespondent aus Frankfurtberichtete und dann ins SPIEGEL-Hauptstadtbüro wechselte bevor er 2012 wieder für die »Süddeutsche Zeitung« als Parlamentskorrespondent arbeitete und dann 2018 als Reporter wieder ins SPIEGEL-Hauptstadtbüro zurückkehrte. Der 48-jährige Münchner Martin Knobbe studierte Geschichte, Politik, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, arbeitete als freier Mitarbeiter der »Süddeutschen Zeitung« bevor er an der Henri-Nannen- Journalistenschule das Handwerkszeug lernte und dann ab 2001 als Redakteur zum »Stern« ging, der ihn zuletzt als USA-Korrespondent in New York einsetzte bevor er 2015 als Reporter ins Deutschland-Ressort des SPIEGEL in Berlin wechselte dessen Hauptstadtbüro er seit letztem Jahr leitet. Er hat den Deutschen Reporterpreis und den Nannen Preis im Bereich Investigation gewonnen. Der 40-jährige Veit Medick ist Korrespondent im Hauptstadtbüro des SPIEGEL. Zuvor studierte er Politikwissenschaften in Göttingen und Berlin, volontierte bei der »taz« in Berlin und wurde dann erst Redakteur im Hauptstadtbüro von SPIEGEL ONLINE bevor er 2015 bis 2017 als Korrespondent nach Washington ging. Seit seiner Rückkehr nach Berlin schreibt er über Innenpolitik.

Christoph Hickmann/Martin Knobbe/Veit Medick, Lockdown: Wie Deutschland in der Coronakrise knapp der Katastrophe entkam, DVA, Hardcover, 320 Seiten, ISBN 978-3421048783, 22 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2021