Frühe MAIN Geschichte - Archäologie am Fluss

Frühe MAIN Geschichten

(c) Nünnerich Asmus

Derzeit lohnt es sich besonders, der knapp 150 Kilometer von Frankfurt entfernten Weinstadt Iphofen am Rande des Steigerwalds einen Besuch abzustatten. Der Grund dafür ist eine Sonderausstellung des Knauf-Museums, eines vom dort ansässigen gleichnamigen Gipsunternehmen betriebenen Privatmuseums, über die frühe Main-Geschichte.

Schon seit frühesten Zeiten bildete der Main eine wichtige Lebensader. Er war der Verkehrsweg, der neue Menschen und Technologien ins Land brachte. An seinen Ufern finden sich grobe Werkzeuge aus der frühen Menschheitsgeschichte ebenso wie fein zugerichtete Silexgeräte aus der mittleren Steinzeit. Die ersten Ackerbauern ließen sich auf den fruchtbaren Lössböden in der Nähe des Flusses nieder. Nach der letzten großen Eiszeit hielt man sich in der Mittelsteinzeit gerne an seinen Ufern auf, um nach Fischen und Wasservögeln zu jagen.

Auch die Kenntnis über die Herstellung von Metall verbreitete sich zuerst über den Main, denn fast alle frühbronzezeitlichen Fundstellen liegen in seiner Nähe. In der Spätphase der Bronzezeit deponierte man viele wertvolle Gegenstände im Main, darunter zahlreiche Schwerter. In der frühen Eisenzeit erbauten keltische Fürsten eine Burg über dem Main, die im Bereich der heutigen Festung Marienberg in Würzburg lag. Sie standen mit der damaligen Welt in Verbindung und verfügten sogar über griechische Luxuskeramik. Auf einem Gipfelplateau hoch über dem Main errichteten sie später auf dem Staffelberg eine stadtartige Anlage, bei der es sich vielleicht um die Stadt „Menosgada“ handelt.

Als die Römer unter Kaiser Augustus versuchten das Land jenseits des Rheins zu erobern, war der Fluss ihr Einfallstor nach Osten. Am Maindreieck bei Marktbreit legten sie ein großes Doppellegionslager an, das nach der Niederlage in der Varusschlacht aufgegeben wurde. Später bildete der Main als sogenannter „Nasser Limes“ auf rund 50 Kilometer Länge die Grenze des römischen Reichs. Als im 3. Jahrhundert die Alamannen die römische Reichsgrenze bedrohten wurden dort zur Abschirmung romfreundliche Burgunder angesiedelt.

Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches hatten die Alamannen zunächst die Oberhand, letztendlich waren es aber die Franken, die ab 531 vom Mittelrhein her über den Main nach Osten bis zum Steigerwald vordrangen und das heutige „Franken“ entstehen ließen. In Karlburg am Main gründeten sie ein Kloster und nutzen den Platz als Zentralort zur Erschließung der Mainlande. In der Karolingerzeit wurde der Main zu einem wichtigen Verkehrsweg für den Landesausbau in Oberfranken. Schon Karl der Große machte den ersten Versuch den Main durch einen Kanal mit der Donau zu verbinden.

Jetzt bietet das Knauf-Museum Iphofen einen Überblick über den Lauf des Mains von den Quellen bis zur Mündung anhand von archäologischen Exponaten. In der bis zum 5. November 2017 zu sehenden Sonderausstellung kann der Besucher die Geschichte der Menschen am Fluss von der Steinzeit bis in das frühe Mittelalter erleben. Zur Ausstellung erschien beim Verlag Nünnerich Asmus ein ausführlicher bebilderter Katalog.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018