Bode, Kriegsspuren - Die German Angst

Bode, Kriegsspuren

(c) Klett-Cotta

"German Angst"? Was ist das? Ist es eine Art kollektiver Krankheit? Ist es ein Phänomen, das typisch für Deutschland ist? Amerikanische Publizisten haben in den Achtzigerjahren eine merkwürdige Zukunftsangst bei den Deutschen diagnostiziert: die »German Angst«. Der Begriff bezeichnete den Hang der Deutschen zum Grübeln und ihr Zögern, angemessen auf ökonomische Realitäten zu reagieren. Heute redet man allenthalben von einer gesellschaftlichen Lähmung und der Unfähigkeit, Reformen durchzuführen. Blockiert uns die »German Angst«? Aber Angst wovor? "Ein Gespenst geht um in Deutschland, die German Angst" schrieb der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in der Welt am Sonntag und lobte die Kölner Autorin Sabine Bode dafür, "diese spezielle Mischung diffuser Gefühle des Bedrohtseins, der Angst vor dem Rückfall in die Barbarei und der Verelendung sehr eingehend untersucht" zu haben.

Dafür hat sie sich umgehört unter ihren Landsleuten und daraus eine "Collage kurzer Psychogramme der deutschen Seelenlage" (Thomas Speckmann, Welt) erstellt. Heraus kam eine Mischung aus Mutlosigkeit und Zögerlichkeit, gepaart mit Zukunftsängsten und einem extremen Sicherheitsbedürfnis als Altlast des Zweiten Weltkrieges und Resultat einer nicht aufgearbeiteten Trauer über die Leiden, die der Krieg und seine Folgen verursacht haben. Dabei könnten wir eine Menge tun, um die German Angst zu überwinden. Und das wäre nicht einmal teuer.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017