Noteboom, Reisen zu Hieronymus Bosch

Nooteboom, Reisen zu Hieronymus Bosch

(c) Schirmer/Mosel

„Wer das Anschauen / nicht bricht / sieht nichts.“ schrieb der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom vor mehr als einem Vierteljahrhundert in seinem Gedichtband "Das Gesicht des Auges". Wie passend, denn darum geht es auch in dem aktuellen Band des großen Literaten. Im diesem Frühjahr feiert die Welt den 500. Todestag von Hieronymus Bosch. Der Prado in Madrid bat zu diesem Anlass Boschs Landsmann darum, an einer Dokumentation über diesen wohl rätselhaftesten Maler der frühen Neuzeit mitzuwirken. So reiste Nooteboom nach Lissabon, Gent, Rotterdam, Madrid und ‘s-Hertogenbosch, um eine neue Begegnung zu suchen, wahrscheinlich dabei die Sicht zu brechen auf den Meister, mit dem er seit seinen Studententagen vor 60 Jahren vertraut ist.

Und der ihm dennoch – wie uns allen – auf immer neue Weise fremd bleiben muss, weil seine surrealen Phantastereien über tierköpfige Menschen und groteske Ungeheuer, die zwischen Hölle und Paradies ihr seltsames Unwesen treiben, Staunen und Verstörung zugleich hervorrufen. In seinem fulminanten Text schildert Nooteboom seine Annäherungsversuche an sieben Bilder Boschs zwischen persönlicher Reflexion, kunsthistorischer Exegese und Erkenntnissen im Restaurierungsatelier. 60 Abbildungen von Gemälden und Details illustrieren diese ebenso nachdenkliche wie unterhaltsame literarische Reise, die zu einem holländisch-spanischen Gipfeltreffen von Text und Malerei gerät.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018