Monet - Licht, Schatten und Reflexion Riehen/Basel

Monet

(c) Hatje Cantz Verlag

Neue Blickwinkel auf das Werk des Malers der »Seerosen«, Claude Monet: Die Ausstellung der Fondation Beyeler und der dazu bei Hatje Cantz erscheinende Katalog "Monet – Licht, Schatten und Reflexion" widmet sich den berühmten Bildwelten des Malers – zeigt aber auch dunklere Motive. Die Ausstellung des Malers in Riehen und stellt viele Meisterwerke vor, deren (Seh-)Erlebnis von Natur und Landschaft uns bis heute beeinflusst.

"Das Aussehen der Welt würde für uns erschüttert, wenn es uns gelänge, die Zwischenräume zwischen den Dingen als Dinge zu sehen". Diese Worte des Philosophen Maurice Merleau-Ponty treffen den Kern von der Kunst des vor 91 Jahren verstorbenen Claude Monets in den Schaffensjahren des über 40jährigen nach 1880 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Während üblicherweise eher das Früh- und das Spätwerk des Malers in den Blick geraten, fokussiert die Ausstellung un der Katalog mit seinen mehr als 180 Abbildungen und 60 Werken die Entwicklung zwischen diesen Perioden.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Camille im Jahr 1879 begann für Monet eine Phase der Neuorientierung. Die Zeit als Pionier des Impressionismus war abgeschlossen; seine wachsende wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichte ihm häufigere Reisen - Monets Werke wurden persönlicher und lösten sich vom "impressionistischen Stil".

Im Zuge der Auseinandersetzung mit den Leitmotiven "Licht, Reflexion und Schatten" machte Monet in seiner Kunst zunehmend das gemalte Bild selbst zum Thema: "Ihn interessierte weniger das Motiv als das, was zwischen ihm und dem Motiv passierte", erklärte sein Stiefsohn Jean Hoschedé. Der Maler experimentierte mit wechselnden Licht- und Farbspielen im Verlauf der Jahreszeiten. Durch den Einsatz von Spiegelungen und Schattenwürfen gelang es ihm, magische Stimmungen zu erzeugen. Wiederkehrende Sujets und Orte sind Landschaften am Mittelmeer, wilde Atlantikküsten, Flussläufe, Blumenwiesen, Heuhaufen, Seerosen, Kathedralen und Brücken.

Bereits in Monets erstem Ölbild spiegeln sich Pappeln im Wasser. Der im Buch vorgestellte Ausschnitt seines Schaffens steht somit nicht zuletzt auch stellvertretend für das Gesamtwerk des französischen Malers. Thematisch aufgeschlüsselt gleicht der Band Monet – Licht, Schatten und Reflexion einer feinsinnigen Reise durch Monets Bildwelten – von der Seine zu den Küsten der Normandie und der Bretagne bis hin zur Waterloo Bridge in London sowie der malerischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Garten in Givenchy. Essays von Maria Becker, Gottfried Boehm, Ulf Küster, Philippe Piguet, Hannah Rocchi und James H. Rubin begleiten und verorten die verschiedenen Stationen. Der Katalog erscheint zum 20-jährigen Jubiläum der Fondation Beyeler, die dem "Maler des Lichts" eine große Jubiläumsschau widmet, die bis Mai 2017 in Riehen/Basel zu sehen ist.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017