Hokusai x Manga - Japans Popkultur seit 1680

Hokusai Manga

(c) Hirmer Verlag

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe verfügt über eine riesige Sammlung japanischer Farbholzschnitte, darunter auch zahlreiche Werke des "Urvaters" der japanischen Mangas, dem 1849 verstorbenen Katsushika Hokusai. Darunter befindet sich auch ein ein Exemplar dessen bekanntesten Farbholzschnitts 'Die große Welle vor Kanagawa'. Noch bis zum 11. September 2016 ist dort eine Ausstellung dieser Holzschnitte zu sehen, die um Mangas von Keiji Nakazawa und Jiro Taniguchi ergänzt wurde. Sicherlich nutzt die Ausstellung dafür den Hype um Mangas, um deren Fans auch mit deren Vorläufern bekannt zu machen. Das ist geschickt gemacht, denn so wirft der Betrachter einen neuen Blick auf Altbekanntes und entdeckt in einigen der frühen Holzschnitte aus dem 17. Jahrhundert die Nähe zum Comic. Der Katalog der Ausstellung dokumentiert sehr gekonnt die wichtigsten Arbeiten dieser Zeit, die oft noch ohne Text auskommen, was sich später ändern soll.

In einigen Mallehr-Büchern Hokusais, die er unter dem Titel der Ausstellung "Zufällige Skizzen von Hokusai' veröffentlichte, ist bereits der Grundstock für andere Mangas gelegt. Die hochkarätigen japanischen Holzschnitte und Bildgeschichten aus dem 17. Bis 19. Jahrhundert sind Produkte einer städtischen Populärkultur des vormodernen Japans, in der Kleidung, Bühnenstars, Mythen, Monster, Sexualität und Kommerz bestimmende Faktoren waren. Die Publikation zeigt die berückende Bildlichkeit sowohl der historischen als auch der zeitgenössischen Popkultur in Japan, die heute um Manga und Anime kreist. Kurztexte werfen Schlaglichter auf die Kunst des Holzschnitts der Edozeit und auf ausgewählte Manga-Strecken u.a. von Jirô Taniguchi und Inio Asano, bis zu den aktuellen Entwicklungen des Manga-Phänomens im Japan des 21. Jahrhunderts.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017