Braun, Heimläuten

Braun, Heimläuten

(c) Gmeiner Verlag

Für Juden birgt ihre nordhessische Heimat manch unschöne Erinnerung. Das merkt auch Edgar Brix. Als der jüdische Arzt 1964 aus den USA in sein Heimatdorf Wickenrode zurückgekehrt. Der kleine Bergbauort schmiegt sich im nördlichsten Zipfel Waldhessens in ein Tal zwischen Hirschberg und Kaufunger Wald. Brix will die Praxis seines Vaters übernehmen und stolpert dabei über eine Leiche, die bei ihm Erinnerungen an einen ungeklärten Mord aus dem Jahr 1938 wachrufen. Zusammen mit dem Finder der Leiche, den pensionierten Bergmann Albrecht Schneider, der sich im Driten Reich als einer der wenigen nicht auf die Seite der Nazis geschlagen hat, gerät Brix schnell in eine Geschichte hinein, die die beiden nicht nur in Konflikt mit den ermittelnden Behörden bringt.

Erst ein weiterer Mord macht ihnen den Ernst der Lage klar, doch dann verschwindet auch noch Albrecht Schneider spurlos. Die aus Nordhessens "Metropole" Kassel stammende Nicole Braun ist als typisch nordhessisches Gewächs fest in ihrer Heimatregion verwurzelt und so stand es für sie außer Frage, ihr Krimi-Debüt in die märchenhafte Kulisse zwischen Meißner und Kaufunger Wald zu verlegen, wo sie bei langen Streifzügen mit ihren Hunden Inspiration für mörderische Geschichten und düstere Tatorte findet. Die frühere Betriebswirtin widmet sich inzwischen ganz der Schriftstellerei, gibt Workshops für kreatives Schreiben und singt als Frontfrau einer Coverband. Nach einigen Startschwierigkeiten entwickelt sich der Band zu einem sehr lesenswerten Krimi mit einem interessanten Ermittlergespann, der auf mehr hoffen lässt.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017