Strohmeyr, Lady Hester Standhope. Königin d.Orient

Strohmayr, Lady Hester Stanhope

(c) Südverlag

Im Laufe der zurückliegenden Jahrhunderte gabe es mehr mutige und faszinierende Frauen, als viele Männer es vielleicht wahrhaben wollen. Man muss sie und ihre Geschichte(n) nur kennen. Ein Glücksgriff ist deshalb diese erste deutschsprachige Biografie über die kühne Abenteuerin Lady Hester Stanhope, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts als britische Aristokratin im Nahen Osten von sich reden macht. Die Einheimischen nennen sie bewundernd „Malika“ (arabisch für „Königin“). Bei uns wußte man bisher noch nicht allzu viel über die Frau, die ihre Heimat verlässt und trotz aller Widrigkeiten und Gefahren im Orient ihre Erfüllung findet-

Schon von früh auf gibt sich die im Sternzeichen des Fischs 1776 geborene Lady Hester Stanhope eigensinnig und selbstbewusst. Damals wütet in den zu England gehörenden amerikansischen Kolonien der Unabhängigkeitskrieg. Auch Lady Hester strebt nach Unabhängigkeit und widersetzt sich jeder Konvention. Dadurch eckt sie natürlich in der gehobenen britischen Gesellschaft immer wieder an. Ihr Großvater war der Earl of Chatham, ihr Onkel der britische Premierminister William Pitt der Jüngere, bei dem sie später Haushälterin war. Pitt schätzte ihre direkte und unangepasste Art und nutzte ihren vom Vater geerbten scharfen Intellekt gerne bei ihrer Tätigkeit als Privatsekretärin. Auch den Geschmack für Exzentrik hatte ihr der Vater wohl mit auf den Weg gegeben und in der Downing Street 10 hatte sie ausreichend Gelegenheit Machtspiele und Intrigen kennenzulernen. Für den nur knapp 17 Jahre älteren Pitt wurde sie so zu einer engen Vertrauten, doch als er stirbt, gerät die junge Frau wegen ihre Unangepasstheit ins Abseits der feinen Gesellschaft und verlässt ihre Heimat für immer.

Mit ihrem Geliebten reist Lady Hester Stanhope bis nach Konstantinopel. Bei einem Schiffbruch verliert sie ihren Besitz, aber niemals ihren Mut. Von Ägypten zieht sie ins Heilige Land und gelangt mit einer Karawane nach Palmyra, wo sie als „neue Zenobia“ gefeiert wird. Überwältigt von der Schönheit und Kultur des Orients lässt sich Hester in einer Bergfestung im Libanon nieder, knüpft Kontakte zu lokalen Machthabern, leistet Widerstand im Bürgerkrieg, nimmt Flüchtlinge auf, überlebt die Pest. Vom Volk als edle Herrin verehrt, sind auch Globetrotter wie Fürst Pückler-Muskau von Hester fasziniert. Doch hinter der schönen Fassade ihres Ruhms vollziehen sich Tragödien …

Klug und mitreißend erzählt Armin Strohmeyr in seiner Biografie die abenteuerliche Lebensgeschichte von Lady Hester Stanhope - einer freiheitsliebenden und mutigen Frau, die sich nicht in gesellschaftliche Normen zwängen lässt.

Armin Strohmeyr, Lady Hester Stanhope. Königin des Orients, Südverlag, Hardcover, 360 Seiten, ISBN 978-3878001485, 24 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2021