Lahme/Pils/Klein, Die Briefe der Manns

Lahme/Pils/Klein, Die Briefe der Manns

(c) S. Fischer Verlag

Ein neuer Blick: Die Geschichte der Familie Mann in Briefen, über 100 davon bisher völlig unbekannt. Zärtlich umgarnend, frech zugespitzt und maßlos übertrieben, Tratsch und lebenswichtige Ereignisse mitteilend: die Vielfalt der Tonlage in den Briefen von Katia und Thomas Mann mit ihren sechs Kindern ist grenzenlos. Nachdem Tilmann Lahme in seiner Familienbiographie noch einmal die besondere Bedeutung der Manns ins Zentrum gerückt hat, legt er nun zusammen mit Holger Pils und Kerstin Klein eine Sammlung von Briefen vor, die einen ganz unverstellten, intimen und oft überraschenden Einblick in den Familienbetrieb bietet und gleichzeitig individuelle Porträts der einzelnen Briefeschreiber darstellt.
Die Herausgeber haben sämtliche erreichbaren Briefe der Familie gesichtet und eine repräsentative Auswahl getroffen, wobei mehr als die Hälfte der rund 200 Briefe in diesem Band zum ersten Mal gedruckt wird. Die umsichtige Kommentierung und ausgewählte Familienfotos runden den Briefband ab und machen ihn zu einem kostbaren Familienalbum der Manns.

Der 1875 geborene Thomas Mann zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA und kehrte erst 1952 nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb. Seite Frau Katia stammt aus München, machte mit siebzehn Jahren Abitur und studierte Mathematik und Physik, als sie ihrem späteren Mann begegnete, den sie 1905 heiratete. Zugunsten der Familie mit ihren sechs Kindern und der Unterstützung ihres weltberühmten Ehemanns verzichtete sie auf eine eigene Karriere und lebte nach dem Tod ihres Mannes weiter in die Schweiz, wo sie 1980 starb.

Die 1905 geborenen Erika war ihr ältestes Kind und arbeitete erst als Journalistin und Schauspielerin, bevor sie mit Therese Giehse das legendäre Kabarett "Die Pfeffermühle" gründete. auch sie lebte erst in den USA, bevor sie mit den Eltern nach Europa zurückkehrte und 1969 in Zürich starb. Ein Jahr jünger war ihr Bruder Klaus, dessen erster Roman ›Der fromme Tanz‹ 1925 erschien. Berühmt wurde er durch seinen Roman ›Mephisto‹, der 1980 erfolgreich verfilmt wurde, und durch seinen autobiographischen Bericht ›Der Wendepunkt‹. Klaus Mann starb 1949 in Cannes. Sein jüngerer Bruder Golo war einer der führenden deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts. Mit seinen großen Werken ›Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts‹, ›Wallenstein‹ und seiner Autobiographie ›Erinnerungen und Gedanken‹ fand er ein begeistertes Publikum. Zuletzt erschienen unter dem Titel ›Man muss über sich selbst schreiben‹ aus dem Nachlass edierte Erzählungen, Familienporträts und Essays. Außerdem hat Tilmann Lahme eine hochgelobte Biographie des Historikers vorgelegt. Lahme selbst studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie und war Redakteur im Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Heute lehrt er Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg und beschäftigt sich seit Jahren mit der Familie Mann, über die er schrieb und 2009 eine vielgerühmte Golo-Mann-Biographie veröffentlichte. Für sein Buch über die Manns hatte er die gesamte, in großen Teilen unbekannte Familienkorrespondenz der Manns ausgewertet. Unterstützt wurde er dabei von Holger Pils, dem Geschäftsführer der Stiftung Lyrik Kabinett in München, der früher Leiter des Buddenbrookhauses in Lübeck war.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017