Doron, Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

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Die 64-jährige Israelitin Lizzie Doron stammt aus Tel Aviv und studierte Linguistik, bevor sie Schriftstellerin wurde. Schon ihr Roman "Ruhige Zeiten" erhielt den von der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem vergebenen Buchman Preis. 2007 verlieh man ihr den Jeannette Schocken Preis, den Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur mit der Jury-Begründung "Lizzie Doron schreibt über Menschen, die von ›dort‹ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt - und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz." In ihrem 2004 erschienenen autobiografischen Debütroman "Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?" erzählt sie vom Israel der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Leben ihrer Mutter, einer Überlebenden des Holocaust. Das Werk gehört in Israel inzwischen zur Schullektüre und gilt als Manifest des »trotz alledem«.

Helena, die ihrer kleinen Tochter Elisabeth eine kurze Geschichte von einer Welt erzählt, die einmal war und nie wieder sein wird. Helena, die im Frühling 1960 zusammen mit Elisabeth einem Hinweis auf mögliche Verwandte nachgeht, vergeblich und zum allerletzten Mal. Helena, die auf Anraten der Lehrerin einen Hahn, eine Katze und einen Untermieter aufnimmt, damit das Mädchen nicht ohne die Wärme von Tieren und den Schutz eines Mannes heranwächst. Mit Witz und Trauer erinnert sich Lizzie Doron an ihre Mutter, die mit widerständiger Energie, Einfallsreichtum und Überlebenswillen eine Existenz für sich und ihre Tochter in Israel aufbaut. Ein sehr feinfühlig geschriebenes, wunderbares Buch, das eindringlich und unaufgeregt in mehreren Episoden den israelitischen Alltag und die Situation der Shoa-Opfer erzählt.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017