Bergmeier, Karl der Große - Korrektur eines Mythos

Bergmeier, Karl der Große

(c) Tectum Verlag

In großer Regelmäßigkeit wird der Mythos Karls des Großen beschworen. Historiker ergehen sich in Hymnen auf die „Zierde des Erdkreises“ oder den „Vater Europas“ und preisen ihn als Vermittler antiker Kultur und Gelehrsamkeit. Dabei hat Karl nicht eine einzige öffentliche Schule, kein Theater und keine öffentliche Bibliothek finanziert. Sein Handeln und seine Gesetze sind vielmehr von einer totalitären Theologie durchtränkt, die unverhohlen droht, „sterben soll, wer Heide bleiben will”. Obwohl der „allerchristlichste Kaiser” sein ganzes Leben lang Kriege führte, wurde er trotzdem von der Kirche selig und sogar heilig gesprochen.

Rolf Bergmeier ist ein Spätberufener. Zuerst Oberst der Bundeswehr, dann nach dem Studium der Informationstechnologie Systemanaltiker in der Industrie, bis er im Rentenalter Philosophie und Alten Geschichte an der Gutenberg-Universität Mainz studierte. Seitdem forscht er mit dem Schwerpunkt „Interdependenzen der spätantiken, christlichen und arabischen Kultur im frühen Mittelalter“. Der sich selbst als Agnostiker bezeichnde Autor hat mehrere Monografien zur antiken Kultur, zur Entwicklung des Christentums in der Spätantike und zu den Ursachen des weitgehenden Untergangs der antiken Kultur geschrieben, die sich primär an geschichtsinteresserte Laien richten. In seinem neuen Buch zeigt Bergmeier: Karls Denken und Handeln stehen in krassem Gegensatz zu allem, was Europa Gesicht und Farbe verleiht. Mit dem Europa, ewie wir es heute verstehen, mit Demokratie, Toleranz, kultureller Vielfalt und freiem Denken, hat es nicht das Geringste zu tun.

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(c) Magazin Frankfurt, 2017