Baker, Zwei Schwestern

Baker, Zwei Schwestern

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Die vor 47 Jahren verstorbene Dorothy Baker stammte aus Montana und studierte dann mit einer Guggenheim Fellowship in Los Angeles Französische Sprache. Ihr Mann war der Dichter Howard Baker, mit dem sie in den 1940er Jahren ein Theaterstück schrieb, dass die Zensur bald kassierte. Baker schrieb mehrere Romane, von denen "Young Man with a Horn" mit Kirk Douglas, Lauren Bacall und Doris Day verfilmt wurde. Nach ihrem Tod wurde es lange Zeit still um sie, bis sie durch die New York Review of Books Classics wiederentdeckt und jetzt auch in Europa gewürdigt wird.

Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor allem eines im Sinn: die Vermählung zu verhindern. Was will ihre hochmusikalische Schwester mit irgendeinem durchschnittlichen, jungen Arzt – wie hieß er noch? Seinen Namen kann sie sich nicht merken.

Kompromisse und Mittelmaß sind ihr ein Gräuel, und radikal sich selbst treu zu bleiben, das ist in ihrer Familie oberstes Familiengebot. – Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith die Reise ins Unbekannte antreten und sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Beiden steht eine existentielle und, wie sich zeigen wird, extrem bedrohliche Herausforderung bevor. Baker gelang hier ein hochintelligenter, witziger, vielschichtiger und scharfzüngiger Roman über Bindung, die Spielarten von Erotik und unsere Suche nach der großen, erfüllenden Liebe, jener Seelenverwandtschaft, die von unserer Einsamkeit eine Brücke zum Anderen schlägt.

(c) Magazin Frankfurt, 2017