Matthies, Im Schatten der Entdecker

Matthies, Im Schatten der Entdecker

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Machen wir uns nichts vor, wenn wir an die großen Entdecker denken? Aber hätte Alexander von Humboldt bei seiner Erforschung Südamerikas den Weg durch den Kontinent allein gefunden? Manchmal hält sich bis heute das vom Kolonialismus geprägte das Bild, dass die berühmten Entdecker und Forschungsreisenden als Hauptdarsteller völlig auf sich gestellt waren und ohne Hilfe durch fremde Länder gezogen oder über Ozeane gesegelt seien. Indigene Helfer fanden sich dabei meist nur in einer Statistenrolle wieder - wenn sie überhaupt erwähnt wurden. Nur wenige Unterstützer bekamen schon zu Lebzeiten Anerkennung wie der nepalesische Sherpa Tenzing. Das lag allerdings daran, dass beide immer aussagten, sie seien gemeinsam auf den Gipfel gegangen. Doch was ist mit James Cook, mit David Livingstone oder Sven Hedin - auch sie hatten alle Helfer vor Ort, die maßgeblich zum Erfolg ihrer Unternehmungen beitrugen.

Der spannende Band über die indigenen Begleiter europäischer Forschungsreisende wagt einen Perspektivwechsel und fragt sich erstmals, wer diese Menschen waren und nimmt die Führer und Dolmetscher, Informanten und Transporteure in den zentralen Blick. Nicht selten stellt sich dabei heraus, dass die später unerwähnten "Begleiter" die eigentlichen Leiter der Expeditionen waren. Anhand von Beispielen aus allen außereuropäischen Kontinenten und mehr als 70 Abbildungen rückt Volker Matthies, der langjährige Redakteur des "Jahrbuch Dritte Welt" und Forscher am Deutschen Übersee-Institut, deren Beitrag zur Vermessung der Welt ins rechte Licht.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018