Klijanienko-Birkmann, Lemberg

Kliejanenko-Birkmann, Lemberg

(c) Trescher

Lwiw, oder Lemberg, wie der alte deutsche Name lautet, ist seit dem Mittelalter das Herz und die Hauptstadt Ostgaliziens und der Westukraine. Noch bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war die Stadt eine multiethnische Metropole, die durch ihre Zugehörigkeit zu wechselnden Reichen geprägt wurde. Polen, Ukrainer, Habsburger, Deutsche, Juden und Armenier hinterließen ihre Spuren und gaben der Altstadt ihr unverwechselbares Gesicht. Immer noch ist die Reise wie eine Reise in die Vergangenheit. Seit dem 14. Jahrhundert ist Lemberg Herz Ostgaliziens und der heutigen Westukraine. Schon die ruthenischen Herrscher riefen Ostslawen, Deutsche, Juden und Armenier ins Land. Wie im nahen polnischen Zamosc, das gerne zusammen mit Lemberg besucht wird, verbreiten die architektonischen Kunstwerke der Armenier einen Hauch Orient. Die ersten deutschen Siedler kamen im 13. Jahrhundert nach Galizien und auch unter dem Haus Habsburg entstanden dort zahlreiche deutscher Siedlungen. Die Zeit vieler Galiziendeutschen endete nach dem Krieg mit Flucht und Vertreibung. Lange Zeit zwischen 1340 und 1772 sowie ab 1923 war die Stadt Bestandteil Polens. Auch die jüdische Kultur hinterließ tiefe Spuren, da rund 136 000 jüdische Lemberger dem Holocaust zum Opfer fielen.

Eine massive Prägung übten auch die Habsburger aus, die die Stadt zwischen 1772 und bis 1918 als Hauptstadt des "Königreich Galizien und Lodomerien" als eine ihrer Ostprovinzen führten und den Besucher mancherorts an Wien denken lässt. Heute ist die europäisch orientierte Stadt ein selbstbewusstes und lebendiges Zentrum im Westen der Ukraine. Im Jahre 1998 nahm die UNESCO die Altstadt von Lemberg in ihre Liste des Weltkulturerbes auf. Der aktuelle Reiseführer entführt mit zahlreichen Stadtspaziergängen in Geschichte und Gegenwart der beeindruckenden Stadt mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten und Architekturdenkmälern.

Die 68-jährige Sächsin Ania Klijanienko-Birkmann lebt schon seit fast 50 Jahren in Polen und verfolgt von dort die Geschehnisse in der Ukraine, besonders in Lemberg. Sie hat eine Reihe polnischer und ukrainischer Reisekataloge ins Deutsche übersetzt und entdeckte ihre besondere Vorliebe für Lemberg 1995 als Touristin. Später leitetet sie polnische und deutsche Reisegruppen durch die Stadt und die Region und kennt das immer noch gern als "Hauptstadt Galiziens" titulierte Lemberg durch viele längere private Aufenthalte.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018