Dietl-Augst, 111 Gründe, Singapur zu lieben

Dietl-Augst, 111 Gründe, singapur zu lieben

(c) Schwarzkopf & Schwarzkopf

Singapur, der kleine Stadtstaat mitten in Südostasien, ist für viele ein beliebtes Zwischenziel auf dem Weg nach Australien, Neuseeland oder Bali. Die Metropole mit ihren 5,6 Millionen Einwohnern verzeichnet jährlich mehr als 18 Millionen Besucher, die durchschnittlich drei bis vier Tage dort verbringen. Dass das tropische Inselreich aber weit mehr zu bieten hat, wissen nur die wenigsten. Dabei lohnt es sich, einen Blick hinter die glitzernden Fassaden der Luxus-Einkaufstempel und -Hotels zu werfen. Zu entdecken gibt es in diesem kulturellen Schmelztiegel abseits der Touristenpfade nämlich mehr als genug.

Hypermoderne Wolkenkratzer, fortschrittliche Verkehrswege und einer der effizientesten Häfen der Welt stehen neben 200 Jahre alten Warenhäusern, hinduistischen und buddhistischen Tempeln und Essensständen, die Michelin-gekrönte Gerichte für kleines Geld servieren. Singapur ist eine Stadt der Gegensätze – und mehr als einen kurzen Stopover wert!

Die Enddreißigerin Nadine Dietl-Augst hat in ihrem Lebenslauf wohl keine Station ausgelassen. Nach dem mit Studium der Musikwissenschaften in Augsburg, Bern und München arbeitet sie in der Bibliothek der Münchener Musikhochschule und dann bei einem Klassiklabel, bevor sie für mehrere Jahre als Assistentin der Musikalischen Direktion und später Leitende Registrarin an die Bayrische Staatsoper ging. 2017 folgte sie ihrem reiselustigen Ehemann nach Singapur, wo sie erst als Redakteurin und jetzt als Chefredakteurin für das Impulse Magazin Singapur arbeitet, einem vierteljährlich erscheinenden Magazin für deutschsprachige Expats in Singapur, das von der German Association herausgegeben und den Botschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz unterstützt wird.

In ihrem Buch gibt sie ein paar Tipps über die verschiedenen Aspekte von Singapur. Wie sie selbst zugibt, lernt sie noch jeden Tag etwas Neues dazu. Das ist recht hilfreich, denn bei der Lektüre einiger Punkte, die für Singapur sprechen spürt man, dass sie zwar gerne reist, aber sich dabei aber nicht unbedingt tief mit der Materie beschäftigt und sie hinterfragt. Für den Leser bringt das einige missdeutende und mit irrigen Informationen.

Man kann da als Beispiel den 49. Grund pro Singapur nehmen, in dem es um Bier geht. Sicher - es gibt auch in Singapur ordentliches Bier, importiert, selbst gebraut wie das Tiger Beer und aus Micro-Breweries wie dem Paulaner. Das Tatsache ist ebenso unumstritten, wie die, dass die Alkoholsteuer der Stadt repressiv auf den Konsum von Alkohol wirken soll. Dabei unterscheidet Singapur durchaus zwischen Spirituosen und Bier & Co. Werden für Spirituosen 88 Singapur-Dollar Steuer (rund 58 Euro) pro Liter Alkohol fällig, reduziert sich der Betrag bei Bier auf 60 Singapur-Dollar (40 Euro). Wein wird dabei wie Liköre mit dem höheren Steuersatz belastet. Das macht Alkohol in Singapur teuer, egal ob im Supermarkt, an der Bar oder im Restaurant. Allerdings irrt die Autorin, wenn sie schreibt, dass diese Summe pro Liter Bier, Wein oder Schnaps anfällt. Sonst würde die von ihr erwähnte 0,6l-Flasche Tiger Beer umgerechnet nicht 7 Euro, sondern mindestens 24 Euro kosten. Das Zauberwort lautet "pro Liter Alkohol" - da Bier meist 5%, Wein zwischen 10 und 15% und Schnaps um die 40 % hat, kann man sich den Steueranteil leicht ausrechnen. Bei dem Tiger Beer beträgt er 1,20 Euro, bei einer Flasche schweren Rioja schon 6,20 Euro und bei einer 0,5 l-Flasche Wodka beträgt die Steuer 11,60 Euro. Das liest und trinkt sich dann schon etwas leichter.

Nadine Dietl-Augst, 111 Gründe, Singapur zu lieben, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Taschenbuch, 272 Seiten, ISBN 978-3862657926, 14,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2019