Minoui, Die geheime Bibliothek von Daraya

Minoui, Die geheime Bibliothek von Daraya

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Eine Bibliothek als Waffe gegen die Diktatur? Daraya ist ein Städtchen unweit von Damaskus und vor der Rückeroberung durch die Truppen Assads jahrelang vom Krieg verheert. Doch es beherbergte inmitten von Bomben, Terror und Verzweiflung für knapp zwei Jahre einen außergewöhnlichen Ort: eine Bibliothek mit über 15.000 Büchern - darunter viele vom Regime Assads verbotene. Die französische Journalistin Delphine Minoui erzählt von den jungen Syrern, die ihr Leben riskierten, um Bücher aus dem Schutt zerstörter Häuser zu retten. Die geheime Bibliothek wurde zu einer Oase, einem Ort der Gemeinschaft, an dem Menschen lesen, lernen, diskutieren konnten - und für kurze Zeit der brutalen Realität des Krieges entkamen. Heute ist sie zerstört und Daraya eine Geisterstadt. Die jungen Leute, die die Bibliothek betrieben, sind geflüchtet. Einige ins türkische Exil, andere nach Idlib – der letzten Bastion der 'Rebellen'. Ein Angriff Assads und seiner Verbündeten steht dort kurz bevor.

"Massenunterrichtswaffen" nannte Delphine Minoui diesen Schatz und erzählt in ihrem Buch von den jungen Syrern, die ihr Leben riskieren, um Bücher zu retten. Alles begann mit einem Foto, das Minoui zufällig auf Facebook entdeckte: zwei junge syrische Männer, umgeben von Regalen voller Bücher inmitten von Zerstörung. Darunter war die Rede von einer geheimen Bibliothek im Untergrund Darayas, einem Vorort von Damaskus, der von den Regierungstruppen permanent bombardiert und dem Erdboden nahezu gleichgemacht wurde. Minoui gelang es, mit den Gründern der Bibliothek Kontakt aufzunehmen und sie über zwei Jahre bei allen Wendepunkten und Tiefschlägen des Krieges zu begleiten. Wir begegnen Einzelschicksalen, die durch Bücher verbunden werden und sich so gegen Verzweiflung und Resignation stemmen. Eine Geschichte von der Macht des Lesens und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018