O'Dell, Wenn Engel brennen

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O'Dell, Wenn Engel brennen

(c) Ariadne bei Argument

Es hat eine Weile gedauert, bis die 65-jährige Tawni O'Dell die Lektoren überzeugen konnte. Nach dem Studium des Journalismus schwor sie diesem im Laufe ihrer Arbeit als Journalistin in Chicago schnell ab und zog die Fiction vor. Heute lebt sie heute wieder mit ihren beiden Kindern in ihrer Heimat Pennsylvania. Auch ihre literarische Karriere verlief anfangs nicht gerade erfolgreich. In 13 Jahren hatte sie sechs Bücher geschrieben, die alle unveröffentlicht bei ihr herumlagen. Nicht dass sie es nicht versucht hätte, sie den Verlagen anzubieten, wovon mehr als 300 Ablehnungen zeugen, die Tawni O'Dell gesammelt hat, bis im Jahr 2000 endlich der Viking Verlag ihren Erstling "Back Roads" auf den Markt brachte, der sofort begeistert von den Lesern aufgenommen wurde und die Autorin zur New York Times Bestseller Autorin machte. Im vergangenen Jahr wurde er verfilmt. Vielleicht liegt es an O'Dells tragikomischer Erzählweise, bei der dem Leser das Lachen oft im Hals stecken bleibt.

Jetzt hat sich der Hamburger Argument-Verlag von Verlegerin Else Laudan in seiner Ariadne-Krimiserie der bemerkenswerten Autorin angenommen und ihr jüngstes Bich "Wenn Emngel brennen" auf den deutschen Markt gebracht, der um Dove Carnahan, die Polizeichefin von Buchanan, dem Ort ihrer Kindheit spielt. Dove hat schon viel gesehen. Die vom exzessiven Kohleabbau verwüstete Gegend ist alles andere als kuschelig. e Gegend. Der ganze Landstrich liegt brach, die Geisterstädte verrotten nach und nach und die verbliebenen Bewohner rackern sich ab oder haben sich schon längts aufgegeben. Träume blühen und welken. Oder sie verbrennen, wie das tote Mädchen, das in einer glühenden Erdspalte steckt.

Der alternde State Trooper Nolan übernimmt die Ermittlung, doch Chief Carnahan bleibt mit dran. Auf der Suche nach dem Hintergrund der Toten bekommt sie es mit einer berüchtigten Familie zu tun. Kriminell oder arbeitslos, verschworen und zerstritten – die Trulys sind Redneck-Unterschicht der schlimmsten Spielart. Und dieses Milieu ruft in der Polizeichefin längst überwunden geglaubte Alpträume wach. Denn hier ist vieles nicht, wie es scheint.

Else Laudan ist begeistert von ihrer neuen Autorin: "Wer auf faszinierende Charaktere steht, wird bei Tawni O’Dell grandios bedient. Ihre Szenarien sind opulente Sittengemälde einer von den Folgen der Gier unterhöhlten Jetztzeit. Die Romanschriftstellerin ist mit Salinger, Zola und John Steinbeck verglichen worden wegen ihrer Gabe, Personen, Ort, Milieu und gesellschaftliche Verhältnisse zu einem Blue-Collar-Setting zu verdichten, in dem es – aufregend, packend, mit tief fühlbarem Realismus und wohldosiert trockenem Humor – um Leben und Tod geht.

Von daher erscheint es absolut folgerichtig, dass sie mit ihrem sechsten Buch nun einen waschechten Kriminalroman verfasst hat. Tawni O’Dell schreibt darüber "Schon immer liebe ich Whodunnits. Ich wollte die Kleinstadtfiguren, für die ich berühmt bin, und ihren Alltag mit den dramatischen Twists und der Spannung des Genres verknüpfen. Und ich hatte Sehnsucht nach einer Figur, die mir nahe ist und dieselben Hürden, Entdeckungen, Ent­täuschungen, Freuden und Frustrationen erlebt wie ich."

So kommen wir zu Chief Carnahan, der ersten Polizeichefin des County, einer Frau, die sich nicht mit Klischees zufriedengibt und eine Nase für die Bedeutung des scheinbar Unbedeutenden besitzt. Die genau weiß, wie sehr der Schein trügen kann, weil sie selbst nicht ist, was sie scheint. Eine Ermittlerin, auf die das Genre gewartet hat. Bitte, bitte mehr davon!"

Tawni O'Dell, Wenn Engel brennen, Ariadne bei Argument, Hardcover, ISBN 9783867542395, 21 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2019