Leon, Ein Sohn ist uns gegeben

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Leon, Ein Sohn ist uns gegeben

(c) Diogenes

Donna Leon hat einen Punkt in ihrem Lebenslauf mit mir gemein: sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom. Zuvor hatte die 76-jährige US-amerikanische Autorin zuerst in New Jersey und später in Siena und dann in Perugia studiert. Bei mir lief der Weg über Florenz, allerdings alles viele Jahre später. Leon sollte in den folgenden Jahren nur noch sporadisch in ihre Heimat zurückkehren, denn die folgenden Jahre brachten sie als Werbetexterin nach London und als Lehrerin in der Schweiz, in den Iran, nach China und Saudi-Arabien. 1981 wählte sie als Enddreißigerin Venedig als ihren Wohnort. Ab Anfang der 1990er Jahre begann sie Romane zu schreiben und wurde zur Bestseller-Autorin. Die Idee dafür soll der begeisterte Opernbesucherin im Opernhaus Teatro La Fenice aufgekommen sein, das sie als Location für ihr Debüt „Venezianisches Finale“ wählte. Da ihre Romane alle in Venedig spielen und Leon befürchtete, dass sie die problematischen Venezianer wegen ihrer in den Büchern greifbaren Kritik an der italienischen Gesellschaft ausgrenzen, verweigerte sie die Übersetzung ihrer Bücher ins Italienische. Protagonist der inzwischen auf 28 Bände angeschwollenen Reihe über die Missstände und Kriminalität in der Lagunenstadt ist Commissario Guido Brunetti, der im dortigen Kommissariat tätig ist und mit der Aristokratin Paola verheiratet ist, einer selbstbewussten, freiheitsliebenden Professorin für englische Literatur. Brunettis haben zwei Kinder: Raffaele und Chiara. Leon nutzt gerne kleine oder größerer Kriminalfälle, die ihr dazu dienen die gesellschaftliche Missstände in Venedig und Italien anzuprangern und aufzuzeigen, dass oftmals die Strippenzieher der latenten Kriminalität wegen ihrer ausgezeichneten Beziehungen zu korrupten Politikern ungeschoren davonkommen, während man ihre willigen aber dummen Handlanger hart bestraft. Nicht nur Brunetti findet das frustrierend, wenn er trotz seiner Bemühungen, dem Recht Geltung zu verschaffen immer wieder ausgebremst wird und an die engen Grenzen stößt, die die herrschende Helferschicht der kriminellen Großverdiener ihm setzt.

Inzwischen hat auch Donna Leon dem hoffnungslos verkommenen und korrupten Italien den Rücken gekehrt und lebt in der nahen Schweiz, von wo sie Venedig immer noch oft besucht.

Mit seinen Kunstschätzen überwältigt Venedig den Besucher. Doch wo das Geld lockt, lauert auch die Gier. In Donna Leons neuen Buch geht es um einen Freund seines Schwiegervaters, des Grafen Faller: Gonzalo Rodríguez de Tejeda, der – ursprünglich aus Spanien stammend – als Galerist im Kunsthandel ein Vermögen gemacht hat und nun seinen Lebensabend in Venedig verbringt. Doch was soll nach seinem Tod kommen? Soll seine rigide Familie, von der er sich schon lange losgesagt hat, nachdem diese mit seinem freizügigen Lebenswandel nicht einverstanden war, dann seine Schätze erben? Oder wer sonst ist der Auserwählte? In Venedig wurde er unlängst immer wieder in Begleitung eines jungen Mannes gesehen, der Conte Falier nicht geheuer ist, denn der befürchtet, seinem Freund Gonzalo könne Übles zustoßen. Der Conte hat seinen Schwiegersohn, Guido Brunetti, selten um einen Gefallen gebeten. Doch da Gonzalo ein Jugendfreund ist, will er ihn schützen. Brunetti im Zweispalt: Braver Schwiegersohn oder pflichtbewusster Polizist? Eine delikate Angelegenheit, die Brunettis ganzes Fingerspitzengefühl erfordert und ihn sich beinahe in den Abgründen des menschlichen Herzens verlaufen lässt.

Donna Leon, Ein Sohn ist uns gegeben, Diogenes, ISBN 9783257070606, 24 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2019