Indriðason, Graue Nächte

Indridaso, Graue Nächte

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Besonders nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 ist Island hierzulande für seine Vulkane, die stämmigen Pferde und die Feen bekannt - letztere dank der Frankfurter Buchmesse im Jahr darauf, die Island als Gastland unter dem Motto "Zauberhaftes Island" vorstellte. Einige Übersetzungen ins Deutsche kamen dabei auf den deutschen Buchmarkt, doch großartig bekannt ist die Literatur Islands trotzdem nicht. Dabei ist Island auch literarisch durchaus ein Ziel für Erkundungen. Als eine der wenigen Literaten Islands hat es der Autor Arnaldur Indriðason geschafft, auch im Ausland erfolgreich Fuß zu fassen. Wahrscheinlich profitiert er dabei auch von der Lust der Mitteleuropäer an den Skandinavien-Krimis, zu denen man auch seine Romane um Kommissar Erlendur zählen kann. Indriðason stellt darin seine schroffe Heimatinsel als Ort des Schreckens vor. De facto ist die Mordquote auf Island so niedrig wie kaum sonst auf der Welt. Der 57-jährige Indriðason heimste mit seinen Krimis einige renommierte Preise ein, unter anderem den „Gold Dagger Award“. Zwar ist er selbst der Sohn eines Schriftstellers, doch sah der Filmkritiker und Journalist sein 1997 erschienenes erstes Buch nur als Versuch.

Da dieser nicht nur in seiner Heimat ausgesprochen positiv ausfiel, kann der Isländer inzwischen gut von seiner Arbeit als Autor leben und wohnt mit seiner Familie in Reykjavik.

In seinem neuen Buch dreht es sich nicht um die aktuelle Mordkommission Reykjavik unter Kommissar Erlendur. Indriðason führt uns zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Schon 1940 hatten die Briten die Neutralität Islands ignoriert und die Insel besetzt, um eine befürchtete deutsche Invasion zu vereiteln. Die Lage in Reykjavik war im Frühling 1943 angespannt, als die Amerikaner nach ihrem Kriegseintritt die Briten ersetzten. In diesen unruhigen Zeiten wird in der Nähe einer Soldatenkneipe im Stadtzentrum eine Mann brutal erstochen. Daneben beschäftigt ein weiterer Fall Kommissar Flóvent und seinen kanadischen Kollegen Thorson von der Militärpolizei: Eine männliche Leiche wird am Strand der Nautholsvik-Bucht angespült und eine Frau, die oft mit Soldaten gesehen wurde, verschwindet spurlos. Stehen der Mord und das Verschwinden der Frau im Zusammenhang? Die Kommissare ermitteln in einem heiklen Umfeld und geraten dabei selbst in Gefahr...

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(c) Magazin Frankfurt, 2018