Child, Im Visier

Child, Im Vissier

(c) Blanvalet

Lee Child gilt als Meister der unerwarteten Wendungen und lernte dies aus seinem eigenen Leben. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er ununterbrochen mit seinem Helden Jack Reacher auf dem Buchmarkt unterwegs, dabei hat er spät mit dem Schreiben angefangen. Der amerikanische Erfolgsautor ist eigentlich Engländer, doch er lebt seit inzwischen 20 Jahren mit seiner Familie in den USA. Coventry im industriellen Kernland Großbritanniens ist seine Heimatstadt. Nach Jurastudium in Sheffield ging er zum Fernsehen nach Manchester, wo er in 18 Jahren an gut 40.000 Sendestunden beteiligt war und dabei das Schreiben von Texten unter Zeitdruck lernte. Als 1995 Stellenkürzungen bei den Medien dur chgezogen wurden, passte er als teurer Veteran und Gewerkschafter nicht in die Zukunftspläne seines Arbeitgebers, ein Schiccksal, das er mit seinem Protagonisten teilt.

Also begann Child zu schreiben, was er gern selbst las: Spannungsromane. "Seit der Steinzeit gibt es Geschichten, in denen es um Gefahren und Wagnisse geht und am Ende um Sicherheit und um eine gute Auflösung. Das ist für mich die Story. Das macht sie für mich zu einem Page-Turner." Als er Jack Reacher schuf, der seinen Namen bei einem Einkauf im Supermarkt erhielt, hatte er eine andere Art Protagonist im Kopf, als er sie bei seinen Kollegen fand: "Alle meine Zeitgenossen schrieben Serien, die all die vertrauten Bestandteile hatten – der Held hatte einen Job, einen Wohnsitz, eine Nachbarschaft, eine feste Bezugsgruppe, die ihn unterstützte, Freunde, Kumpels, vielleicht Hunde.

Ich wollte jemanden mit unbeschränktem Handlungsspielraum, jemanden, der weniger fest verankert war." Child gab sich ein Jahr – so lange reichte die Abfindung. Seine Schöpfung Jack Reacher, ein unbeugsamer und schweigsamer Einzelgänger, folgt immer seinem Gerechtigkeitssinn. Mit "Killing Floor" (dt. "Größenwahn") fand er einen Verlag, gewann zwei Preise für den besten Erstlingsroman, darunter den Anthony Award, die renommierteste amerikanische Auszeichnung für Spannungsliteratur. Das recihte zum Leben. Was folgte, waren weitere international erfolgreiche Jack-Reacher-Thriller. Fans dieser Thriller sind Maeve Binchy und Kate Atkinson. Bill Clinton liest seine Romane ebenso wie Hollywood-Star Bruce Willis und Nicolas Cage. Doch auch sonst sind es Millionen begeisterte Leser. Tendenz steigend.

In seinem neuen Roman "Im Visier" geht es um John Kott, einen der besten Scharfschützen, die die U.S. Army jemals hervorgebracht hat. Doch er ist auch ein skrupelloser Mörder, der den französischen Präsidenten erschießen wollte. Das Attentat schlug fehl, aber in Kürze wird er eine neue Gelegenheit haben: der G8-Gipfel in London. Es gibt nur einen Mann, der ihn aufhalten kann. Nur einen, der Kott ebenbürtig ist. Jener Mann, der Kott schon einmal ins Gefängnis brachte: Jack Reacher!

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(c) Magazin Frankfurt, 2018