Bosetzky, Abgerechnet wird zum Schluss

Bosertzky, Abgerechnet wird am Schluss

(c) Gmeiner

Der 80-jährige emeritierte Soziologie-Professor Horst Bosetzky. Neben seiner Karriere an der Fachhochschule wurde er einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch seine Krimis bekannt, die er aus Rücksicht auf seine berufliche Position schon seit seinem Ersten Krimi im Jahr 1971 mit dem Pseudonym „-ky“ signierte. Lange hielt die Anonymität nicht. Zehn Jahre später wurde er enttarnt. Seinen Künstlernamen nutzte er dennoch lange Zeit weiter und schreibt fleißig Bücher, meist sind es Krimis (über 60 Stück), aber auch etliche Romane. Vier davon wurden auch verfilmt. Schon 1980 erhielt das Berliner Krimi-Urgestein den Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman, später (vor über 25 Jahren) den Ehren-Glauser des SYNDIKATS, dessen Sprecher er viele Jahre war, für sein Gesamtwerk. Auch nach seinem 80. Geburtstag am 1. Februar hat -ky noch viel vor. Ein weiterer Krimi erscheint in diesem Jahr, sieben weitere Bücher liegen noch in seiner Schublade. Bosetzky bezeichnet sich selbst als Autor mit aufklärerischem Anspruch und betont, dass man in keinem anderen Genre, wie dem Krimi, so gut Ängste verarbeiten und Aggressionen abbauen kann. Von Beginn an war er mit seinen Geschichten thematisch seiner Zeit voraus, reflektierte aktuelle Missstände und rebellierte gegen das traditionelle Krimimuster, indem er die Handlung in mehrere Erzählebenen aufbricht und einen Zusammenprall unterschiedlich erlebter Standpunkte erzeugt.

In seinem neuen Buch spielt der 40-jährige Carlo Kolbatzki die Hauptrolle. Im Leben gescheitert, lebt er ärmlich in einer Laube, als ihm sein Neurologe mit der Diagnose Gehirntumor konfrontiert. Lange werde er nicht mehr zu leben haben, sagt man ihm. Kolbatzki ist verzweifelt. Eine alte Pistole mit Schalldämpfer hat er im Nachtkasten und will damit Selbstmord begehen, doch als er sich den Lauf an die Schläfe setzt, besinnt er sich eines anderen. Warum nicht erst einmal all diejenigen umzubringen, die ihm sein Leben ruiniert haben? Da kommen einige Namen zusammen. Vier Namen konnte er schon abhaken, was neben dem Berliner Kommissar Gunnar Schneeganß auch den pensionierten Kommissar Hansjürgen Mannhardt mit seinem Enkel Orlando auf den Plan ruft, der auf eigene Faust ermittelt. Auch er steht auf Kolbatzkis Abschussliste, nachdem er einst hinter Gitter gebracht hat…



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(c) Magazin Frankfurt, 2018